Dezemberstammtisch im Heimathaus
Geschrieben von: Franz-Josef Fedrau   

Mittelschule Mengede – Hommage an die Schule, die es nicht mehr gibt

Unter diesem Motto stand der Stammtisch im Dezember in unserem schönen Heimathaus. Es wurde   ein unterhaltsamer und spannender Abend mit Rückblick auf alte Schulzeiten in Mengede.


Nach der Begrüßung durch Hans-Ulrich Peuser übergab dieser das Wort an den Referenten Heinz Arend. Der gebürtige „Netter“ stellte sich vor. Er war mit seinen fünf Geschwistern in der alten Netter Schule aufgewachsen, in der sein Vater als Lehrer tätig war. Er und eines seiner Geschwister durften / konnten die Mengeder Mittelschule besuchen.

Heinz Arend begann die Hommage mit einem Bildervortrag. Unter der Überschrift „Mengede im Wandel der Zeit“ zeigte er Fotos aus der Vergangenheit des Mengeder Stadtbezirkes, natürlich auch der Mittelschule.

Den erste Schwerpunkt bildete der Zeitraum 1939 – 1945. Im Juli 1938 wurde der Name der Bildungsstätte in  „Städtische Scharnhorst- Mittelschule in Dortmund- Mengede“ umbenannt. Namensgeber war der preußische General und Heeresreformer Wilhelm von Scharnhorst.  Unter der Überschrift „Wir waren alle auch Kriegskinder…“ zeigte Arend den Film "Heimatabend Dortmund" und erinnerte an die Evakuierung der gesamten Schule in der Zeit von Juni 1943 bis etwa März 1945. Dabei hob er die Orte Konstanz am Bodensee und Hohwald im Elsaß hervor, die sich beispielhaft um die "Neubürger" kümmerten. In einem Filmausschnitt erinnerte  sich der bekannte Schriftsteller Josef Reding, ebenfalls Schüler der Mittelschule, an diese  Zeit.

Es wurde auch an weitere prominente Persönlichkeiten, die in Mengede die Schulbank gedrückt haben, erinnert. Dazu gehört sicherlich die weltbekannte Opernsängerin Christel Goltz, die an den Bühnen in Wien und Dresden als „Salome“ gefeiert wurde. Der bereits erwähnte Schriftsteller Josef Reding, sein Bruder Paul, bildender Künstler aus Waltrop, und die Operettenkönigin Margit Schramm durften natürlich nicht vergessen werden. Mr. Mengede – Charly Bohnmann, Mitinitiator des Stammtisches und ebenfalls "Ehemaliger", gab in der anstehenden Pause persönliche Erlebnisse und Anekdoten zu den vorstehenden Personen zum Besten gab.

Weiter ging es dann mit dem Jahrgang 1949 – 1955. Es waren Bilder von der Einschulung bis zur Abschlussfeier 1955 im Landhaus Köster zu sehen. Diese wurden ergänzt durch Fotos der Jahrgangsklassen 1950 – 1956, der Ausflüge der Klassen A, B und C sowie der Klassentreffen 1985 – 2017.

Heinz Arend sprach einen „Chapeau“ auf alle Lehrerinnen und Lehrer aus, die in dieser Zeit an unserer Mittelschule tätig waren.

1958 gab es dann wieder eine  Namensänderung. Benannt wurde die Realschule nach dem Urwaldarzt, Pazifisten und Friedensnobelpreisträger (1952) Albert Schweitzer. Nach Erbauung des Schulzentrums Nette (1972- 1977) wurden die Gebäude im Zentrum von Mengede aufgegeben und die neuen Räumlichkeiten konnten bezogen werden. Am Hohen Teich befindet sich heute die katholische Overberg Grundschule, an der Adalmundstraße ist die städtische Regenbogen Grundschule beheimatet.

Aber nicht nur die Schulgeschichte, sondern die Entwicklung und der Strukturwandel im Pott waren ein Themenblock. Die Bilder von der Zeche Adolf von Hansemann mit ihren Bergleuten unter Tage und der Gasometersprengung  wurden von dem Steigerlied untermalt.

Mit einigen lustigen Clips, eine Persiflage auf den 7. Sinn und einem Foto der Schule, die langsam in den Hintergrund rückte, fand dieser informative und unterhaltsame Vortrag sein Ende.

Natürlich verweilten die Ehemaligen noch im Heimathaus um Erinnerungen auszutauschen. Dabei stellte sich heraus, dass es durchaus auch unerfreuliche Erinnerungen gab. Es waren auch Lehrer an der Schule, für die noch in den Endsechzigern die Prügelstrafe „normal“ war. Dabei herrschte dann natürlich ein ziemlich rauer Umgangston.



 
 
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