Mai Stammtisch des Heimatvereins im Zeichen der Eisenbahngeschichte
Geschrieben von: Franz-Josef Fedrau   

Unter der Überschrift „170 Jahre Eisenbahn in Dortmund Mengede“  gestaltete Karsten Hoch einen informativen Vortragsabend im Heimathaus.

Als „Verstärkung“ hatte er Heinz Waffel mitgebracht, dessen Spezialgebiet die Dortmunder Straßenbahngeschichte, natürlich mit „unserer Linie 5“ ist. Dieses Thema sollte den zweiten Teil des Abends bilden.


Nach der Begrüßung durch Hans Ulrich Peuser startete K. Hoch mit einem Exkurs in die deutsche Eisenbahngeschichte, die er chronologisch darstellte:

1787 Rauendahler Pferdebahn

1835 Nürnberg – Führt, erste Bahnfahrt mit der Lokomotive „Adler“

1847 Cöln Mindener Eisenbahn

1860 Fernstrecke Hamburg – Paris

1862 Bergisch Märkische Eisenbahn

1869 Ruhrtalbahn

1874 Rheinische Bahn

1878 Emschertalbahn

1878 Westfälische Eisenbahn

1880 Preußische Staatsbahn

Dabei lag der Schwerpunkt auf der Cöln Mindener Eisenbahngesellschaft. Die Planungen für diese Strecke begannen 1830.  Die „CME“ erhielt die Konzession einen Bahnverlauf zu erstellen, der Köln mit den Städten des rheinisch- westfälischen Industriegebietes verbinden und in Minden den Anschluss an das  Streckennetz der Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen herstellen sollte.

Als Haltepunkte waren vorgesehen:

Deutz, Mülheim, Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen, Altenessen, Gelsenkirchen, Wanne, Herne, Rauxel, Dortmund, Hamm, Oelde, Rheda, Bielefeld und Herford.

1845 wurde Düsseldorf erreicht, 1846 Duisburg und am 15.5. 1847 wurde Dortmund feierlich eröffnet.  Am 15.Oktober 1847 war die 263 Kilometer lange, eingleisige Strecke fertiggestellt. Damit reduzierte sich die Reisezeit vom Rhein nach Ostwestfalen auf gut 7 Stunden gegenüber 2 - 3 Tage mit der Pferdekutsche. Unser Bahnhof in Mengede wurde 1848 eröffnet.

Einen wichtigen Faktor in dieser Planung bildeten auch die „Zechenanschlussbahnen“.  So waren die Zechen Westhausen in Bodelschwingh, Hansa in Huckarde, Achenbach in Brambauer und das Kraftwerk Knepper  auf der Stadtgrenze zu Castrop mit Abzweigen an das Hauptstreckennetz angeschlossen.

Den Abschluss des ersten Teiles des Abends bildeten viele alte Fotos mit historischen Zügen und Dampflokomotiven. Dabei waren die  Standorte der Fotografen nicht immer klar ersichtlich und die Besucher des Stammtisches konnten ihre Ortskenntnisse unter Beweis stellen. Ein Höhepunkt war ein Film, der den Kohlezug der Achenbacher Zechenbahn vom Stellwerk Mengede nach Brambauer begleitete.

Die zweite Hälfte des Stammtisches war dann ganz der Straßenbahn, unserer alten Linie 5, gewidmet. Auch hier zunächst die chronologische Aufstellung der Entstehung:

1881 Pferdebahn Steinplatz – Fredenbaum

1884 Einführung der Dampfstraßenbahn (für 10 Jahre)

1894 Elektrifizierung

1916 Eröffnung der Linie 5 von / nach Mengede

1918 Eröffnung des Abzweiges Huckarde (Richtungen Wuppertal, Castrop, Herne)

1923 Einführung der Überlandstraßenbahnen (als Vorläufer der S- Bahnen)

1949 Neueröffnung nach dem 2. Weltkrieg

1959 Einführung der neuen Wagengeneration GTW 8

1967 das Gleisdreieck (am REWE) bildet die neue Endstelle

1979 Einführung der neuen Wagengeneration „N 8“ (als Einzel- oder Doppelgespann)

1988 schwerer Unfall in Bodelschwingh mit vielen Verletzten und einem Toten

1989 Ende der Teilstrecke Mengede – Westerfilde

Neben der Straßenbahngeschichte, bei der Heinz Waffel sein Fachwissen, speziell im Bereich der Motorisierung, einbringen konnte, erwähnte Karsten Hoch auch die vielen unterschiedlichen Buslinien, die den Nord- Westen mit Dortmund und den Nachbarstädten verbinden und verbunden haben.

Viele Bilder, die im Laufe der Jahre von „unserer Linie 5“ gemacht wurden, rundeten den Vortrag ab. Natürlich durfte auch ein Schnappschuss der Abschiedsfahrt am 2.4. 1989 nicht fehlen. Ein besonderes Highlight war ein Film, bei dem wir noch einmal die alte Strecke „erfahren“ durften.

Zum Abschluss bedankte sich Hans Ulrich Peuser für den informativen Abend. Er überreichte die obligatorische Flasche „Emscherperle“.  Wie schon der Referent verwies er auf das Nahverkehrsmuseum Mooskamp, in dem die Tradition der Straßenbahnen gepflegt wird und zu bestimmten Terminen Fahrten in alten Zügen angeboten werden.





 
 
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