Polizei Stammtisch im August
Geschrieben von: Franz-Josef Fedrau   

"Sicher Leben" Aufklärung und Präventionstipps für Ältere und Junggebliebene

Unser Stammtisch im August war wieder einmal etwas ganz Besonderes.  Kriminalhauptkommissar Detlef Burkhardt vom Polizeipräsidium Dortmund, von seinem Vortrag genau vor einem Jahr noch in bester Erinnerung, referierte dieses Mal über das Thema:

Allgemeine Sicherheit im Alter  -  Sicher Leben!

Das Thema war so interessant, dass mehr als 50 Besucher dieser Zielgruppe sich „schlau machen“ wollten.

Nach einer kurzen Vorstellung, bei der er auch seinen  Werdegang bei der Polizei kurz erläuterte, stieg er in die vielschichtige Thematik ein, die er wie folgt gliederte:

=>  Grundgedanken, „Kann man sich heutzutage überhaupt noch ohne Gefahr auf die Straße trauen?“

Gefahren an der Haustür

Diebstahl, die Tricks der Diebe und Betrüger

Rat und Hilfe:

Nicht zu vertrauensselig sein.

Vorsicht vor falschen Handwerkern, falschen Polizisten und anderen Amtsträgern (Strom, Gas, Wasser).

Keine Unbekannten in die Wohnung lassen, schauen sie sich Besucher genau an (Spion).

Nur mit Türsperre öffnen  - besser als Ketten!

Haustürgeschäfte:

Rat und Hilfe:

Niemals etwas an der Haustür kaufen oder unterschreiben;  wenn doch, nie per Vorkasse zahlen.

Nachbarn oder Bekannte als Zeugen hinzubitten.

Immer auf das richtige Datum achten und eine Durchschrift verlangen.

Unaufgeforderte „Verkäufer“ nicht in die Wohnung lassen (siehe oben).


Gefahren am Telefon

Enkeltrick / Schockanrufe

Obwohl den Enkeltrick jeder kennt, auch auf unserem Stammtisch, hat er immer noch täglich Erfolg.

Rat und Hilfe:

Immer fremden Anrufern misstrauen auch wenn sich der Anrufer als Verwandter oder Bekannter ausgibt („Rate mal, wer hier spricht?“)

Eventuell die Nummer vom Display notieren; bei Geldforderungen am besten  auflegen.

Bei verdächtigen Anrufen sofort die Polizei unter 110 verständigen.


Falsche Gewinnversprechen

Wichtig: Wer nicht teilgenommen hat kann auch nicht gewinnen!

Rat und Hilfe:

Nie Verwaltungsgebühren oder ähnliches zahlen.

Nie persönliche Informationen und (Bank) Daten weitergeben.

Kontoauszüge mindestens einmal im Monat kontrollieren und unberechtigte Abbuchungen bei der Bank / Sparkasse rückgängig machen.

Im Zweifel Anzeige bei der Polizei erstatten;


Gefahren im Internet

Internetsicherheit - sicher Einkaufen im Internet / Online Banking

Rat und Hilfe:

Einen Virenschutz installieren, die Software immer auf dem aktuellsten Stand halten.

Mit den persönlichen Daten sehr sorgsam umgehen; immer sichere Passwörter verwenden.

Vorsicht bei E-Mails von Unbekannten, keine unbekannten Mail- Anhänge öffnen.

Auf fremde, unbekannte Absender achten!

Bei Einkäufen gut über den Anbieter informieren.

Immer die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genau durchlesen.

Nur sichere Zahlungsmethoden nutzen (Rechnung, Lastschrift; Kreditkarte), niemals Vorauskasse akzeptieren;

Gefahren unterwegs

Handtaschenraub / Taschen- und Trickdiebstahl

Handtaschendiebe setzen in der Regel auf Schnelligkeit und Überraschung. Im Vorbeilaufen / -fahren entreißen sie den Opfern die Handtasche

Rat und Hilfe:

Die Handtasche immer verschließen, den Trageriemen quer über den Körper tragen.

Abstand zu Unbekannten halten und jeglichen Körperkontakt vermeiden;

Keinen Widerstand leisten, die Gefahr zu stürzen und sich erheblich zu verletzen ist groß.

Nur die Sachen mitnehmen, die wirklich benötigt werden; möglichst wenig Bargeld.

Geld,  Kreditkarten und Papiere immer in verschiedenen, verschlossenen Innentaschen dicht am Körper tragen.

Helfen kann auch ein elektronischer „Alarmgeber“, der bei Entwendung der Tasche einen lauten Signalton erzeugt.

Wird trotzdem etwas gestohlen sofort die EC- / Kreditkarte sperren (Notruf 116 116) und bei der Polizei melden / anzeigen.


Kaffeefahrten

Gegen die Teilnahme an einer Kaffeefahrt spricht zunächst einmal nichts, keiner der Teilnehmer ist verpflichtet etwas zu kaufen oder zu bestellen.

Rat und Hilfe:

Nie etwas ohne Datum unterschreiben, wenn der Inhalt nicht verstanden wurde. Unterschriften sind nie „reine Formsache“,  immer eine Vertragsdurchschrift (gut leserlich) aushändigen lassen.

Bei Rücktritt vom Vertrag den schriftlichen Widerruf per Einschreiben mit Rückschein binnen 14 Tagen an den Verkäufer senden, der Rücktritt muss nicht begründetet werden.

Wird Ihnen auf der Kaffeefahrt verboten den Veranstaltungsraum zu verlassen oder die sogar die Rückfahrt verweigert sofort die Polizei verständigen und eventuell Anzeige erstatten




=>  Weitere Lösungsansätze

Nachbarschaftshilfe

Mit gegenseitiger Aufmerksamkeit und Hilfe gewinnen Sie und Ihre Nachbarn deutlich an Sicherheit. Genauere Informationen gibt es in den (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen in der Nähe.

Rat und Hilfe:

Auf Unbekannte im Wohngebiet achten, Nachbarn und Polizei über verdächtige Beobachtungen informieren.

Der Austausch der Telefonnummern mit den Nachbarn.

Immer prüfen wer ins Haus will (Gegensprechanlage) bevor der Türöffner betätigt wird.

Gegenseitige Hilfe während des Urlaubs damit das Haus / die Wohnung bewohnt erscheint: Betätigung der Rollläden, Leerung des Briefkastens; unregelmäßiges Einschalten von Lichtern und Fernseher


Verhalten als Zeuge

Als Zeuge einer Straftat auf keinen Fall wegsehen, sondern im Rahmen der Möglichkeiten eingreifen. Zum Beispiel Erste Hilfe leisten, den Notarzt oder die Polizei verständigen.

Keine Heldentaten vollbringen – helfen ohne sich selbst zu gefährden!

Nicht einem körperlich überlegenen Täter in den Weg stellen.


Rat und Hilfe:

Andere aktiv zur Mithilfe auffordern.

Genau beobachten, Tätermerkmale einprägen.

Wenn erforderlich um das Opfer kümmern (erste Hilfe).

Notruf 110 anrufen, Hilfe organisieren, sich als Zeuge zur Verfügung stellen.


Zum Abschluss ging KHK Burkhardt noch einmal kurz auf das Thema des Vorjahres, die Erschwerung / Verhinderung von Wohnungseinbrüchen, ein. Er verwies au  die aktuellen technischen Sicherungen für unsere Objekte.

Der Kampf mit dem Ziel die Kriminalität zu verringern ist sicherlich eine Aufgabe der staatlichen und gesellschaftlichen Kräfte, die Selbstverantwortung für Sicherheit liegt aber bei jedem selbst. Dabei ist eine aufmerksame Beobachtung des Umfeldes und eine aufmerksame, gut Nachbarschaft von großem Vorteil.

Nach gut zwei Stunden beendete Herr  Burkhardt seinen kurzweiligen Vortrag und das Plenum dankte mit langanhaltendem Beifall.

Auch Hans-Ulrich Peuser bedankte sich bei unserem Referenten und wünschte im für seinen bevorstehenden Ruhestand alles Gute. Vielleicht können wir iim nächsten Jahr einen seiner Kollegen Monatsstammtisch begrüßen.

Themen gäbe es ja noch genug.



 
 
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