Das Denkmal an der alten Post
Geschrieben von: Karlheinz Bohnmann   

Gedenksäule musste zweimal „wandern“

Besatzer schossen Adler auf dem Kriegerdenkmal Flügel ab.
Nach dem von unserem Heimatverein restaurierten Kreuz im Amtshaus-Parkn ist das Kriegerdenkmal, das auf der Rasenfläche zwischen der früheren Post und der Brücke „Königshalt“ steht, das älteste Monument in Mengede, das zweimal abgebrochen und jeweils neu aufgerichtet wurde. Der ursprüngliche Standort lag vor an der Bahnhofstraße (heute Mengeder Straße), etwa dort, wo das 1927 aufgestellte (zweite) Denkmal für die gefallenen „Helden“ des 1. Weltkrieges steht, das heute bei Gedenkfeiern als „offizielles“ Mengeder  Mahnmal gilt. 
Die Einweihung der  Säule war am 16. August 1873, dem Jahrestag der Schlacht von Mars-la-Tour, erfolgt. Der erste Umzug erfolgte Anfang der zwanziger Jahre, weil das Denkmal der Umgestaltung des Mengeder Ortskerns im Weg stand. Als neuer Standort wurde der Bahnhofsbereich ausgewählt. Die Wiedereinweihung dort erfolgte am 3. Juli 1928. Die Festansprache hielt – wie der Mengeder Lokalanzeiger berichtete – der damalige Bürgermeister Pauly. Er soll eine „tief ergreifende Rede“ gehalten haben. 
Die nächste Denkmalverlegung (diesmal aber nur um wenige Meter) wurde notwendig, weil das Sandstein-Monument dem Bau der Königshalt-Brücke Platz machen musste.

Erinnern Sie sich noch?
Der ehemalige Standort des Denkmales an Büren- und Molkereistraße
vor dem Bau der Brücke


Entworfen wurde das Denkmal, das an die 1870/71 im Krieg gegen die Franzosen gefallenen Soldaten erinnern sollte, von dem Bildhauer Johann Weiß aus Thal bei Ruda. Die Idee dazu stammte von dem evangelischen Pfarrer Arnold Hausemann. Eine freiwillige Sammlung unter der  Bevölkerung  erbrachte 520 Taler. Der Rest der Gesamtkosten von insgesamt 1183 Talern wurde von den Gemeinden des damals noch selbstständigen Amtes Mengede beigesteuert.
Dass dem Adler eine Schwinge fehlt, ist eine Folge des 2. Weltkriegs. Wie alle anderen nationalen deutschen Symbole war auch das Denkmal den amerikanischen Besatzern ein Dorn im Auge. Sie versuchten deshalb den Adler von der Säule zu schießen, was ihnen aber nicht ganz gelang. So begnügten sie sich schließlich mit dem einen Flügel.

 
 
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