Heimatblätter


Beiträge und Geschichten aus dem Stadtbezirk Mengede
Herausgegeben vom Heimatverein Mengede e. V.


Nr. 14 9. Dezember 2005 4. Jahrgang
EP 0,50 Euro


Liebe Leserinnen und Leser,
eine Zwangspause musste die Redaktion einlegen, denn die Vorbereitungen für „Mengede – Historisches aus dem Stadtbezirk“ nahmen einen zu breiten Raum ein. Über unser „Bilderbuch“ an anderer Stelle mehr. Das Jahr neigt sich dem Ende zu und der Nikolausmarkt dieses Jahres liegt bereits hinter uns.
Wir wünschen Ihnen und Ihren lieben Angehörigen eine schöne Adventszeit, geruhsame Weihnachtstage und den Kranken unter Ihnen gelten unsere besten Wünsche zur Gesundung.
Ihre Heimatblätterredaktion

Die Themen dieser Ausgabe: • Pfarrer Ernst Sonntag – Ehrenmitglied des Heimatvereins
• Die Familie von Mengede
• 1955 - Kriegsgefangene kehren heim
• Entedank
• Mengede- Historisches aus dem Stadtbezirk
• 2. Krippenausstellung
• Wilfried Jürgens- 75 Jahre
• Veranstaltungs- Rückblicke
• "Frohe Weihnachten"
• Dauertermine
• Impressum




Pfarrer Ernst Sonntag – Ehrenmitglied des Heimatvereins


Dem bisherigen Pfarrer der katholischen St. Remigiusgemeinde Mengede wurde anlässlich seiner Verabschiedung aus dem aktiven Dienst am 16. Oktober 2005 die Ehrenmitgliedschaft des Heimatvereins Mengede e. V. verliehen. Danach ist Ernst Sonntag nach Kammersängerin Christel Goltz das zweite Ehrenmitglied unseres Vereins.
Ernst Sonntag wurde am 12. Oktober 1935 in Höxter an der Weser geboren und im Anschluss an das Studium der Theologie in München und Paderborn im Juli 1965 zum Priester geweiht. Nach Vikarstellen in Bielefeld-Schildesche und Dortmund-Aplerbeck übernahm er im September 1976 die Pfarrstelle in Mengede. Über viele Jahre war er Dechant im Dekanat Dortmund-West und danach 13 Jahre Regionaldekan in der Seelsorgeregion Östliches Ruhrgebiet. Am 1. Januar 2004 übernahm Ernst Sonntag die Leitung des Pastoralverbundes Dortmund-Nordwest (St. Remigius Mengede, St. Josef Nette und Maria Heimsuchung Bodelschwingh).
In die Amtszeit Sonntags fallen zahlreiche bauliche Maßnahmen. Die Kirche St. Remigius wurde renoviert und saniert ebenso wie das Haus der Offenen Tür (HOT), der Kindergarten und die Trauerhalle auf dem katholischen Friedhof. Schließlich wurden Gemeindehaus und Pfarrhaus neu gebaut.
Nach Eintritt in den Ruhestand bleibt Ernst Sonntag in seiner zweiten Heimat Mengede sesshaft und stellt sich weiterhin der Gemeinde zur Verfügung.Anlässlich seiner Verabschiedung im Gemeindehaus ehrte der Vorsitzende des Heimatvereins, Paul Gausepohl, den „Jung“- Ruheständler mit der Übergabe der Urkunde zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft. 
Gausepohl betonte, dass die Ehrenmitgliedschaft in Anerkennung seiner Verdienste zur Förderung der Ökumene sowie der Pflege des Brauchtums und des Heimatgedankens, insbesondere in seiner jetzigen Heimat Mengede verliehen wurde. Der Heimatverein brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass der Ruheständler sein umfangreiches geschichtliches Wissen um Kirche und den Ort Mengede in die Arbeit des Heimatvereins einbringen wird.
Paul Gausepohl





Die Familie von Mengede


Haus - Festung - Familie
Unter dem viel versprechenden Titel „Die Häuser und die Familie von Mengede“ hatte der Mengeder Heimatforscher und unser Mitglied Friedhelm Treckmann die Ausstellung gestellt, die im September über 800 Besucher und acht Schulklassen in die „Heimatstube“ lockte. Und wohl jeder musste nach dem Besuch in echter Überzeugung feststellen, dass Treckmann nicht zu viel versprochen hatte. 
Mit zum Teil erstmals gezeigten Fotos und aufschlussreichen Wiedergaben verschiedenster Urkunden wurde ein Querschnitt durch fast zwölf Jahrhunderte gezeigt. Es begann mit der ersten Erwähnung Mengedes in einer Urkunde des Klosters (Essen)-Werden um 900, in der die Landsassen Rikuwiri und Aholmund genannt waren und der Urkunde der Williburg aus dem Jahre 927. Die darin festgehaltene Abhängigkeit der Mengeder vom Werderer Kloster wird in den Goslarer Urkunden von 1052 bestätigt. 
Viele Exponate befassten sich mit den Häusern Alt-Mengede und Mengede, der ersten Erwähnung der Familie von Mengede auf Altmengede im Jahre 1130, nachdem zehn Jahre vorher die Remigius-Kirche fertig gestellt worden war. Eine Zäsur brachte 1306 die große Erbteilung zwischen Johann und Ernst, wobei Haus Mengede an Ernst fiel. Die Familie von Mengede stellte 1230 in Ludolfus einen Dortmunder Ratsherrn und in Theodorikus 1244 einen weiteren. Die Zweige Mengede-Osthoff und Mengede-Aphof folgten als erste dem Ruf des Deutschen Ritterordens ins Livland im Baltikum; urkundlich wird hier 1490 ein Everhard von Mengden erwähnt. In der Folgezeit gewannen die von Mengden großen Einfluss in den baltischen Ländern, der im 18. Jahrhundert bis nach Rußland ausstrahlte. 
Das meiste Interesse weckte Treckmann mit der von ihm speziell erforschten „Festung Mengede“, einer Kette befestigter Häuser entlang der Emscher zwischen den Grenzen der Grafschaft Dortmund und Ickern. Mit äußerlich gleichen Anlagen hatten sie alle wie Haus Mengede eine Umflut mit Ausflut zur Emscher. Ein wehrhafter Turm beweist ihre Aufgabe der Grenzsicherung zwischen dem Bistum Münster und der Grafschaft Mark. Im Einzelnen handelte es sich außer Haus Mengede um die festen Häuser Mengede-Osthoff, In den Wellen, Am Heimannsbach (Stesandser) und Auf dem Brandt. 
Es bleibt abzuwarten, inwieweit die fürs kommende Jahr geplanten Ausgrabungen für das neue Überflutbecken der Emschergenossenschaft die kartografischen Festlegungen Treckmanns verifizieren.
gsch.





1955 - Kriegsgefangene kehren heim


Die letzten Kriegsgefangenen aus Mengede
Als der 2.Weltkrieg am 8.Mai 1945 mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete, wurden etwa 11 Millionen Deutsche, darunter auch zahlreiche Zivilisten, von den 20 Staaten der Siegermächte in Kriegsgefangenschaft genommen. Allein 3,3 Millionen Deutsche waren in sowjetischen Kriegsgefängnissen interniert. Die Rückführung der Kriegsgefangenen aus den USA und Kanada war bereits 1946 weitgehend abgeschlossen. In den Jahren 1947 und 1948 kamen die letzten Kriegsgefangenen aus England und Frankreich frei. Aus Gefangenenlagern der Sowjetunion wurden in diesen Jahren über das Entlassungslager Friedland nur Kranke, Verwundete und Arbeitsunfähige in die Heimat entlassen. Zu Beginn des Jahres 1950 endeten die Heimkehrertransporte aus der Sowjetunion und die sowjetische Regierung erklärte, dass bis auf verurteilte Kriegsverbrecher alle Kriegsgefangenen zurückgeführt seien. Vom 8. bis 14. September 1955 verhandelte eine deutsche Regierungsdelegation in Moskau unter der Leitung von Bundeskanzler Adenauer mit der sowjetischen Staats- und Parteiführung u. a. über die Rückführung der letzten, in der Sowjetunion inhaftierten Kriegsteilnehmer. Dem Internationalen und Deutschen Roten Kreuz waren noch 96.229 Kriegsgefangene namentlich bekannt. Nach den Verhandlungen wurden 9.628 deutsche Gefangene freigegeben. Die restlichen wurden als verurteilte Kriegsverbrecher weiter zurückgehalten oder sie galten von nun an als vermisst bzw. verschollen. Ferner wurden etwa 20.000 der 30.000 Zivilisten frei gelassen.
Unter den Heimkehrern waren auch viele Soldaten aus den ehemals deutschen Ostgebieten, die nach dem Krieg unter russischer oder polnischer Verwaltung standen. Diese Menschen mussten mit Hilfe des Roten Kreuzes mit ihren Familien zusammengeführt werden. Hier hat das Rote Kreuz über alle Grenzen hinweg hervorragende Arbeit geleistet. 
Zu den Spätheimkehrern zählten auch vier Deutsche, die entweder in Mengede sesshaft waren oder Familienangehörige in Mengede hatten. Erster Spätheimkehrer war am 10. Oktober 1955 Dr. Eberhard Geißler, Castroper Str. 127. Er wurde am Dortmunder Hauptbahnhof von Oberbürgermeister Keuning begrüßt und im PKW von Kaufmann Robert Pütthoff nach Mengede gefahren, wo er von zahlreichen Mengedern mit stürmischen Ovationen nach knapp 11-jähriger Gefangenschaft und von der Bergkapelle „Adolf v. Hansemann“ empfangen wurde. Am 17. Oktober 1955 folgte der 60jährige ehemalige Berufssoldat Oberst a. D. Karl Ludwig von Chappuis nach 12-jähriger Gefangenschaft, dessen Familie auf „Haus Bodelschwingh“ als Verwandte der Familie zu Knyphausen Unterkunft gefunden hatte. Die Begrüßung übernahmen Pastor Brink und der evangelische Kirchenchor mit verschiedenen Liedervorträgen. Nächster Spätheimkehrer war am 20.Oktober 1955 Oberst a. D. Günter Jordan, dessen Familie im Hause Pöttker (Burgring) wohnte. Der ehemalige Fabrikant aus Kunzendorf in Schlesien wurde von Pastor Wilke und von einer großen Menschenmenge und der Bergkapelle „Adolf v. Hansemann“ herzlich willkommen geheißen. 
Am 6. November 1955 fand in der Gastwirtschaft Schaffstein (heute Moschee)  eine Wiedersehensfeier mit den Spätheimkehrern statt. Sowohl der Vorsitzende der Ortsgruppe Mengede im Verband deutscher Heimkehrer, Willi Schönfeld, als auch die drei Heimkehrer, bedankten sich bei der Mengeder Geschäftswelt als auch bei den Mengeder Bürgern dafür, dass sie vor dem Anlauf der zustehenden Entschädigungszahlungen, zumindest mit den lebensnotwendigen Dingen ausgestattet worden waren. 
Als letzter Kriegsgefangener traf am 16. Januar 1956 nach 12-jähriger Gefangenschaft Karl Fuchs (Mengeder Str. 660) in aller Stille in Mengede ein. Ohne, dass er sich einer Schuld bewusst war, wurde er von einem sowjetischen Militärgericht zu 25 Jahren Gefangenschaft verurteilt. Karl Fuchs fand sofort nach seiner Entlassung bei seinem früheren Arbeitgeber, den Dortmunder Stadtwerken, als Straßenbahnfahrer wieder eine Arbeit. 
Die Mengeder Spätheimkehrer haben sich dank der Unterstützung durch den Verband Deutscher Heimkehrer, durch Geschäftswelt und Mitbürger trotz langjähriger Kriegsgefangenschaft relativ schnell in das gesellschaftliche Umfeld integrieren können. Dennoch haben viele Heimkehrer, die nach Jahren der Not und Entbehrung mit der Freiheit und ihrem eigenen Schicksal nicht zu Recht kamen, trotz vielfältiger Unterstützung nicht in die Gemeinschaft zurückfinden können.
Paul Gausepohl
Quellen: 
Dortmunder Nord-West-Zeitung, Jahrgang 1955 (2.Halbjahr) und Jahrgang 1956 (1.Halbjahr) 
Dortmunder Tageblatt vom 11.Oktober 1955 Chronik der Deutschen, Dortmund 1983, Seiten 945 und 978
Hugo Krick, Deutsche Kriegsgefangene kehren heim, Heimatkalender des Kreises Warendorf 1995, S.105 ? 106






Erntedank


Erntedank in Mengede – historische Feldtage
Bunt wie der Herbst sind alljährlich die Veranstaltungen zum Erntedanktag in Westfalen. Neben Erntedankgottesdiensten – in den christlichen Kirchen meisten am 1. Oktobersonntag – finden in zahlreichen Orten des Landes besondere Aktionen wie historische Bauernmärkte, Dorffest und Hoftage statt. 

Erntedankfest auf Gut Altmengede um 1930

Über die Erntebräuche in und um Mengede haben wir in unserer Brauchtumsreihe in den „Heimatblättern“ Nr. 11/Weihnachten 2004 berichtet. Nach Borgmann sind die Erntebräuche auf uralte mythologische Vorstellungen zurückzuführen. Besonders suchte man seiner Dankesgesinnung gegenüber der göttlichen Güte durch Opferspenden und Dankesgaben Ausdruck zu verleihen. Die Regelung, nach der Erntedank am ersten Sonntag nach dem Michaelistag (29.9.) gefeiert wird, ist zu preußischen Zeiten im Jahre 1773 festgelegt worden.In und um Mengede wurde der festlich geschmückte letzte Erntewagen mehrspännig eingebracht Die letzte Garbe wurde besonders dick gebunden, aufrecht aufgestellt, umjubelt und umtanzt bzw. besungen. Die Körner der letzten Garbe wurden unter das Saatgut des kommenden Jahres gemischt – auch das sollte Segen bringen und eine gute Ernte bescheren.
Die alten Traditionen und Bräuche zum Erntedank sind mit Einführung der modernen vollautomatischen Erntemaschinen ab etwa 1955 nahezu vollends verloren gegangen. Der landwirtschaftliche Ortsverein Dortmund-West hat daher am 3. und 4. September auf dem Hof Budde in Westerfilde historische Feldtage durchgeführt. Es wurde gezeigt, wie in früherer Zeit Getreide gemäht und gedroschen wurde und wie die Äcker mit historischen Maschinen bearbeitet wurden. Mehr als 300 Besucher haben die Gelegenheit genutzt, um sich die landwirtschaftliche Historie gegenwärtig zu machen. Das Erntedankfest des landwirtschaftlichen Ortvereins als Abendveranstaltung mit Essen und Tanz wird nach Abschluss der Maisernte im Dezember – gleichzeitig als Weihnachtsfeier – nachgeholt.
Auch auf dem vom Stadtbezirksmarketing vom 2. bis 4. September 2005 veranstalteten Stadteilfest auf dem Mengeder Markt war der historische Bauernmarkt ein attraktiver Höhepunkt, insbesondere mit dem ausgestellten Kleinvieh. Die kirchlichen Dankgottesdienste im Stadtbezirk wurden am Sonntag, den 3. Oktober 2005 gefeiert.
Paul Gausepohl





Mengede – Historisches aus dem Stadtbezirk


Es war ein gutes Stück Arbeit, bevor unser Bildband mit alten Ansichten und Bildern von verschiedenen Anlässen gedruckt werden konnte. Aus einer Flut von Motiven sind letztlich in Zusammenarbeit mit dem Sutton-Verlag in Erfurt 170 Bilder zur Veröffentlichung ausgesucht worden. Das Buch ist seit dieser Woche im Handel und kostet 17,90 Euro. Schauen Sie doch mal rein. Sollte sich der Band großer Nachfrage erfreuen – was wir uns wünschen – würden wir uns gerne noch einmal an die Arbeit machen. Viel Spaß mit der Lektüre.
w.b.


Denken Sie bei Entrümpelungen an den Heimatverein. 
Wir sammeln Ansichtskarten, Vereinsfotos, Chroniken und alles, was für die Nachwelt erhaltenswert ist.





2. Krippenausstellung


Rolf Krönke, Helmut Palm und Heinz Treppner organisierten in diesem Jahr die Krippenausstellung und haben mit großem persönlichen Einsatz wieder soviel Ausstellungsstücke zusammen getragen, dass der Platz in unserer Heimatstube eng wurde. Neben den Familienkrippen ist es ihnen gelungen, eine moderne Darstellung der Weihnachtsgeschichte als Leihgabe aus den Beständen des Krippenmuseums in Telgte zu erhalten. Nehmen Sie sich – wenn noch nicht geschehen - nach Möglichkeit die Zeit für einen Besuch. Die Ausstellung ist noch bis zum 15.12.2005 täglich von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet und für Erläuterungen zu den einzelnen Exponaten stehen die Organisatoren gerne zur Verfügung.





Wilfried Jürgens – 75 Jahre


Unser Geschäftsführer Wilfried Jürgens vollendete am 25. September 2006 sein 75. Lebensjahr. Die Geburtstagsfeier fand in Anwesenheit zahlreicher Schützen- und Heimatfreunde im Garten seines Hauses an der Adalmundstraße statt. Wilfried Jürgens ist gelernter Maschinenschlosser. Nach der Insolvenz seines Arbeitsgebers entschied er sich für die Selbstständigkeit und richtete ein Feinkostgeschäft und einen Partyservice ein, die er zusammen mit seiner Ehefrau Erika mehr als 30 Jahre betrieb.
Wilfried Jürgens hat in Mengede in zahlreichen Vereinen mitgewirkt. 1955 trat er dem BSV Mengede von 1546 bei. Hier war er Schießwart, Schrift- und Geschäftsführer, ehe er von 1975 bis 1983 den Vorsitz des Vereins übernahm und danach Ehrenvorsitzender des Vereins wurde. 1975 und 1991 war er Schützenkönig des BSV Mengede. Ferner hatte er Ämter in der ev. St. Remigius-Gemeinde und beim Gesangverein Groppenbruch übernommen.Der Jubilar gehörte auch 2002 zu den Mitbegründern des Heimatvereins Mengede. In der Gründungsversammlung wurde er zum Geschäftsführer des Heimatvereins gewählt. Der rüstige „Unruheständler“ übt das Amt zum Wohle des Vereins und seiner Mitglieder auch heute noch aus. Zahlreiche Initiativen des Vereins sind von seinen Ideen geprägt, insbesondere auch die Einrichtung der Heimatstube des Vereins. Während der Geburtstagsfeier des Vereins dankte der Vorsitzende des Heimatvereins, Paul Gausepohl im Namen der Heimatfreunde und Schützen für die Arbeit des Jubilars, würdigte die Verdienste für seinen selbstlosen Einsatz und wünschte ihm alles erdenklich Gute für seine weiteren Tätigkeiten . 
Paul Gausepohl





Veranstaltungs-Rückblicke


• Ausflug brachte viele Eindrücke
Warendorf und Ladbergen besucht / Natürlich wurde auch das Landesgestüt besichtigt
Weil Heimatkunde für unseren Heimatverein nicht „vor der Haustür“ endet, unternahm er einen geschichtlich motivierten Ausflug ins Münsterland. Ziele waren die Pferdestadt Warendorf und das Dorf Ladbergen. Der Ort Ladbergen ist übrigens stolz auf einen berühmten „Nachkommen“: Neil Armstrong. Die Familie des ersten Menschen auf dem Mond wanderte vor rund 100 Jahren nach Amerika aus.
In Warendorf war das berühmte - 1826 von Preußen gegründete - nordrhein-westfälische Landesgestüt erstes Ziel. Unter sachkundiger Führung von Arnold Schubert und Angelika Sturm gab es viel Informationen über Rosse und Reiter. Dabei fielen auch so bekannte Namen wie „Halla“ (der in Warendorf sogar ein Denkmal gesetzt wurde) und Hans-Günter Winkler. Natürlich konnte auch die heutige Hengst-Elite bewundert werden. Und staunend wurde zur Kenntnis genommen, dass die die Edelpferde bis 100.000 € und mehr pro Stück wert sind. 
Die anderen Seiten Warendorfs erschlossen sich uns während einer anschließenden Stadtbesichtigung. Weil die Stadt im 2. Weltkrieg von Bomben verschont blieb, bietet sie im Ortskern um den Markt und auf dessen Nebenplätzen einen bunten Streifzug durch die Geschichte der Architektur. Übrigens verbergen sich hinter vielen der steinernen Fassaden mit ihren wunderschönen Giebeln alte Fachwerkhäuser. 
Ein sakrales Schmuckstück ist die katholische Laurentiuskirche aus dem Jahr 1404, deren Ursprung bis in die karolingische Zeit zurückgeht. Exotischstes Exponat in dem Gotteshaus ist ein Taufbecken, das aus einer Riesenmuschel besteht, die ein Warendorfer Missionar aus Indonesien mitgebracht hat.
Auch ein Stück Mengede ist übrigens in Warendorf vertreten. Der frühere Netter Pfarrer Friedrich Radü schenkte der evangelischen Kirchengemeinde einen Leuchter, der für ihn zu seinem Abschied von Mengede in der Schlosserei der Zeche „Adolf von Hansemann“ angefertigt worden war. 
Warendorf ist eine Stadt, die früher vom Textilgewerbe gelebt hat und deren „Warendorfer Leinen“ ein Gütesiegel war. Selbst Englands Queen Victoria bezog ihre Damastwäsche aus der Stadt an der Ems, deren Gebiet schon früh besiedelt war.
Beweise dafür sind die Entdeckung von 140 Grabanlagen mit 350 Bestattungen aus der Eisen- und Bronzezeit sowie der Fund des Neander-Schädels aus der Zeit zwischen 125.000 bis 30.000 Jahren vor Chr.. Außerdem stieß man bei Ausgrabungen auch auf Knochen von Nashörnern, Mammuts, Rentieren, Löwen, Riesenhirschen sowie von Wildeseln und -pferden.
Letzte Ausflugsstation war Ladbergen. Der überwiegend landwirtschaftlich (und inzwischen auch touristisch) geprägte 6.500-Seelen-Ort wurde 950 erstmals erwähnt. In der Geschichte spielt er eine Rolle, weil dort 1246 der für die Hanse wichtige westfälische Städtebund gegründet wurde. 
Neben vielen neuen interessanten Eindrücken bekamen wir während unserer Münsterland-Tour - humorvoll verpackt - auch noch jede Menge „Platt“ zu hören: Als exzellenter „Entertainer“ erwies sich Hermann Möller, Wirt des aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gasthauses „Möllers Hof“ und Vorsitzender des Ladberger Heimatvereins.
Karlheinz Bohnmann

• Fahrradtour „Rund um Warendorf“
Vier Tage Sonne begleiteten 19 Mitglieder des Heimatvereins Mengede bei einer Radtour rund um Warendorf, wo sie im Ortsteil Milte im Landhaus im Esch bzw. Landgasthof Biedendiek untergebracht waren. Noch am Anreisetag wurde eine erste Radtour in das Spargeldorf Füchtorf unternommen, wo ein Hochmoor, das Haus Bollen sowie das Doppelschloss Harkotten besichtigt wurden. 
Am nächsten Tag wurde der im Jahre 2002 angelegte Emsauenweg zwischen Einen und Telgte erkundet. Nach Besichtigung der alten/neuen Doppelkirche in Einen ging es entlang der Ems, wo die Teilnehmer Natur pur in Flora und Fauna erlebten. In Telgte wurden das Stadtzentrum und die Wallfahrtskirche besucht. Am Abend war ein Grillabend, wobei über die Geschichte von Warendorf und die besuchten Orte berichtet wurde. 
Am dritten Tag führte die Radtour über Haus Dorsel, Schirlheide nach Ostbevern. Die neue Kirche beeindruckte trotz ihrer Größe wegen ihrer Schlichtheit und Integration der Altsubstanz. Über Schloss Lohburg (bischöfliches Internat mit 900 Schülern) ging der Weg zurück über den Habichtshof, Kloster Rengering und Kloster Vinnenberg nach Milte. 
Der Besuch der Stadt Warendorf stand am letzten Tag auf dem Programm. Durch die Hesselaue und Velsener Mark wurde das Deutsche Olympiadekomitee für Reiterei (DOKR und FN) erreicht und die Bundeswehrsportschule besichtigt. Nach Besuch des Nordrhein-westfälischen Landgestüts und auch einem guten Mittagessen in einem historisch-bürgerlichen Lokal traten die Reiseteilnehmer die Heimfahrt an. 
Die Radtour hat die Vielfalt der münsterländischen Landschaft in Fauna und Flora, in Mooren und Marken, in Boden- und Baudenkmälern, in Bauerndörfern und historischen Stadtkernen deutlich gemacht. Die Teilnehmer waren sich einig, dass der Vorsitzende des Heimatvereins, Paul Gausepohl, eine gelungene Fahrt mit interessantem Programm zusammengestellt hatte und eine viertägige Radtour im nächsten Jahr erneut in das Veranstaltungsprogramm des Heimatvereins aufgenommen werden sollte.
Paul Gausepohl

• Sommerfest des Heimatvereins
Bei durchwachsenem, aber regenfreien Wetter am Samstag, 20. August 2005 fand das zweite Sommerfest mit etwa 100 Teilnehmern in der Gartenanlage der Familien Segin und Jürgens an der Adalmundstraße statt. Das diesjährige Fest war eine Gemeinschaftsfeier von Heimatverein und Bürger-Schützen-Verein Mengede.
Der Vorsitzende des Heimatvereins Paul Gausepohl begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder des Vereins. Zugleich bedankte er sich bei den Familien Segin und Jürgens für die Bereitstellung der Gartenanlage und für die umfangreichen Vorbereitungen, wozu auch zahlreiche Vereinsmitglieder beigetragen hatten. Für die Unterhaltungsmusik sorgte Peter Jürgens. 
Höhepunkte des Festes waren zum einen eine von Mengeder Geschäftsleuten und von Vereinsmitgliedern gesponserte Tombola, zum anderen ein Showprogramm der Unterhaltungsgruppe der Bürgerschützen unter der Leitung von Heiner Ellinghaus. 
Die bis tief in die Nacht reichende Veranstaltung fand bei allen Beteiligten großen Anklang. Den Gastgeberfamilien Segin und Jürgens sei Dank gesagt für ein unterhaltsames Sommerfest, das in 2006 wiederum in das Veranstaltungsprogramm des Heimatvereins aufgenommen werden soll.
Paul Gausepohl

• Schnadegang des Heimatvereins in den Gemarkungen Bodelschwingh und Dingen
Mit 120 Teilnehmern fand am Sonntagnachmittag des 9. Oktobers 2005 der zweite Schnadegang des Heimatvereins Mengede statt. Mit dabei waren der Dortmunder Bürgermeister Adolf Miksch und der Castrop-Rauxeler Bürgermeister Gerhard Hölter sowie der Mengeder Bezirksvorsteher Bruno Wisbar. 

Gerhard Hölter, Paul Gausepohl, Bruno Wisbar und Adolf Miksch nach getaner Arbeit. Die Buche hat ihren Platz für die Zukunft bekommen.

Nach Begrüßung der Teilnehmer an der Bodelschwingher Schlosskirche und Erläuterungen zu dieser Kirche durch den Vorsitzenden Paul Gausepohl ging es durch den Schlossgarten zum Schloß Bodelschwingh. Dort gab der Eigentümer des Wasserschlosses, Tido Freiherr zu Inn- und Knyphausen einen historischen Überblick über das imposante Anwesen, das bereits 1302 urkundlich erwähnt wird. Vorbei an der Erbgruft des Hauses Bodelschwingh führte der Weg weiter über den Dinger Hof zu Haus Dorloh, wo der Eigentümer Karl Enno Freiherr zu Inn- und Knyphausen die Teilnehmer willkommen hieß. Der Name Dorloh wurde einer alten Flurbezeichnung (Dorlöchte um 1440) entnommen. Das Haus wurde 1869 bis 1872 erbaut. 
Über den Dinger Berg erreichte man die alte Grenze der ehemaligen Ämter Mengede und Castrop. Paul Gausepohl erläuterte die Bedeutung der Schnadegänge im Mittelalter. Heute dienen sie der Brauchtumspflege. An dieser Grenze fand das launige Streitgespräch zwischen den Bürgermeistern Miksch und Hölter statt und in Erinnerung an den Schnadegang wurde der „Schnade-bom“, eine Buche gepflanzt.
Entlang des Deininghauser Baches ging es weiter zum Hof Lesmöllmann (heute Drees), wo bei herrlichem Oktoberwetter eine Rast eingelegt wurde. Der Hof Lesmöllmann ist urkundlich bereits 1456 erwähnt. Er wird heute ausschließlich wohnwirtschaftlich genutzt.
Über die Fuckmühle (der Straßenname erinnert an eine alte Wassermühle am Deininghauser Bach) durch das Dorf Dingen und das Dorf Bodelschwingh ging der Weg zurück zum Ausgangspunkt des zweiten Schnadeganges des Heimatvereins Mengede. 
Die große Teilnehmerzahl, aber auch die historische Bedeutung der Gemeindegrenzen, wird den Heimatverein veranlassen, auch im kommenden Jahre einen Schnadegang durchzuführen.


• Martinsumzüge 2005
In Mengede und verschiedenen Ortschaften im Stadtbezirk fanden am Martinstag (11.11.) bis Sonntag (13.11.) mehrere Martinsumzüge statt. Mit etwa 3.000 Teilnehmern war der Martinsumzug in Mengede der größte Zug.
Der feierliche Umzug hatte in der evangelischen St. Remigiuskirche mit der Darstellung der Martinslegende durch die Kindergartengruppe „Emscherwichtel“ begonnen. Nach Abschluss der Feier zogen Kinder und Erwachsene, angeführt vom St. Martin hoch zu Ross, mit bunten Laternen durch den Ort zurück zur Kirche, wo auf dem Parkplatz ein Martinsmarkt mit Glühwein, Martinsbrezeln und Bratwürstchen sowie Gebasteltem der Kindergärten auf Jung und Alt wartete. Der Martinsumzug wurde von Polizei und Freiwilliger Feuerwehr sowie von den Spielmannzügen des Schützenvereins Höchsten und der Seeadler aus Datteln begleitet. Auf dem Martinsmarkt stimmte das Trio um den Huckarder Peter Henning Martinslieder an. 
Der Mengeder Martinszug hat eine lange Tradition. In Mengede wurde der Brauch 1951 von Vikar Nolte aufgenommen, der zusammen mit der Pfarrjugend und der Freiwilligen Feuerwehr den Martinszug veranstaltete. Der in diesem Jahr vom Gewerbeverein durchgeführte Umzug war der 55. Umzug zum Martinsfest.


• 20. Nikolausmarkt vom 3. bis 5. Dezember 2005
Der erste Mengeder Nikolausmarkt wurde 1986 auf dem Mengeder Marktplatz abgehalten, Er wurde von der „Werbegemeinschaft Mengeder Markt“ ins Leben gerufen. Anfang der 1990er Jahre übernahm der Gewerbeverein Mengede die Organisation des Nikolausmarktes, bis 1993 die Arbeitsgemeinschaft Bürgerschützen Mengede und die Freiwillige Feuerwehr Mengede die Veranstaltung weiterführten. Seit der Gründung findet der Nikolausmarkt jeweils am 1. Wochenende im Dezember statt.
Ein erster Standortwechsel vom Markt zur evangelischen Remigiuskirche fand 1988 statt und 1992 zog man zur katholischen Remigiuskirche. Seit 1996 wird der Nikoalusmarkt wieder auf dem Mengeder Marktplatz abgehalten.
Das Stadtbezirksmarketing ist seit 2003 Ausrichter des Mengeder Nikolausmarktes und hat seither den Heimatverein Mengede mit der Ausrichtung des Nikolausmarktes beauftragt. Die große Resonanz bei groß und klein aus nah und fern bei den letztjährigen Nikolausmärkten beweist, wie gern die Veranstaltungen dieser Art in der Vorweihnachtszeit von der Bevölkerung angenommen werden. Somit fühlt sich der Heimatverein Mengede zusammen mit seinen angeschlossenen Vereinen auch künftig für die Durchführung des Mengeder Nikolausmarktes als Traditions- und Brauchtumsveranstaltung verpflichtet.
Zum diesjährigen Nikolausmarkt waren 27 Anbieter vom Glühwein bis zum Gebäck, von der Grillwurst bis zum Grünkohl, von weihnachtlichen Geschenken bis zum Weihnachtsschmuck erschienen. Ein umfangreiches Programm mit instrumentalen, gesanglichen und tänzerischen Darbietungen wurde angeboten. Aus dem örtlichen Bereich wirkten die Jagdhornbläser Groppenbruch / Westerfilde, die Elmenhorster Blaskapelle, der ev. Bläserchor sowie die Heimatmelodie der Russlanddeutschen mit. Der Nikolaus verlas jeden Nachmittag die Weihnachtsgeschichte und verteilte die vom Gewerbeverein Mengede gestifteten Stutenkerle.
Ein weiterer Höhepunkt war ein Preisausschreiben, bei dem das Gewicht eines 1 m langen, von Bäckermeister Heinz-Otto Buschmann hergestellten Christstollens in Gramm zu schätzen war. Hauptpreis war ein wertvolles Hollandrad, 2. Preis der zu schätzende Christstollen und 3. Preis ein Knusperhaus. Der Stollen wog 6.118 Gramm. Die Verlosung bildete den Abschluss des 20. Mengeder Nikolausmarktes.
Die Nikolaus- und Weihnachtsmärkte haben in Deutschland eine lange Tradition. In der Vorweihnachtszeit kam im 14. Jahrhundert der Brauch auf, Handwerkern wie Spielzeugmachern, Korbflechtern, Zuckerbäckern u. a. zu erlauben, Verkaufstände auf dem Marktplatz zu errichten. Auch damals schon wurde auf das leibliche Wohl der Marktbesucher Rücksicht genommen. Es gab geröstete Kastanien, Nüsse und Mandeln, aber auch Glühwein. Heute finden in nahezu allen Städten, aber auch Vororten, eigene Nikolaus- oder Weihnachtsmärkte statt, wobei der Dortmunder Weihnachtsmarkt mit mehr als 250 Anbietern und einem 45 m hohen Weihnachtsbaum zu den größten Veranstaltungen in Deutschland zählt. Zu den bekanntesten Weihnachtsmärkten gehören der Nürnberger Christkindlmarkt, der Münchener Christkindlmarkt (1310 erstmal erwähnt) und der Dresdner Striezelmarkt (seit 1434).
Paul Gausepohl





Wir wünschen Ihnen von Herzen friedliche und fröhliche Feiertage 
und kommen Sie gut ins Jahr 2006!

Krippenspiel der Schülerinnen des hauswirtschaftlichen Lehrganges im Wohlfahrtshaus der Zeche A. v. Hansemann (Weihnachten 1933)





Dauertermine:
1. Mi i.M. 19.00 Uhr: Stammtisch  in der „Heimatstube“
1. Fr. i. M. NCC, Sportklause, 20.00 Uhr, Monatsversammlung
3. Sa. i. M. BUV-Kleinzeche, von 10.00 bis 16.00 Uhr
2. Fr i. M. Schützenstammtisch im „Burghof“




Schauen Sie doch mal rein und Anregungen und Kritik nehmen wir über dieses Medium gerne entgegen.

Impressum:
Herausgeber: Heimatverein Mengede e.V. - Redaktion: Wilfried Jürgens, Adalmundstr. 16 - 44359 DO (0231-335629) und Franz-H. Veuhoff, Am Hohen Teich 14 – 44359 DO (0231-337690) .

 
 
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