Heimatblätter

Beiträge und Geschichten aus dem Stadtbezirk Mengede

Herausgegeben vom Verein zur Förderung des Brauchtums und des Heimatgedankens im Stadtbezirk Mengede e. V.


Nr. 5

Samstag, 5. Juli 2003

2. Jahrgang

Einzelpreis 0,40 Euro



Liebe Leser,

Vor einem Jahr haben wir mit den „Heimatblättern“ die Tradition früherer Veröffentlichungen über unseren Stadtbezirk wieder aufleben lassen. Viel Positives zu unseren Berichten hat uns erreicht und die Beteiligungen des Heimatvereins an verschiedenen Veranstaltungen haben gezeigt, dass wir einen guten Weg gegangen sind. Allein auf dem Stadtteilfest wurde unser „Heimatcafe“ mit der Galerie alter Aufnahmen aus Mengede und Umgebung von über 1000 Menschen besucht. Herzlichen Dank all denen, die uns ihr Interesse entgegen gebracht haben. Ihnen allen wünschen wir nach diesen herrlichen Frühlingstagen einen ebenso schönen Sommer und kehren Sie aus Ihrem Urlaub gesund wieder in die Heimat zurück.

Ihre Heimatblätter-Redaktion


Archäologie im Stadtbezirk


1989: Grabungen in der ev. Kirche
Schon 1000 Jahre steht ein „Emscher Dom“

Wenn man im Schatten der altehrwürdigen St. Remigius-Kirche lebt, dann bleiben Ereignisse in Verbindung mit diesem Kirchenbau in besonderer Erinnerung. So erfuhr die Nachbarschaft Anfang Februar 1989 in Windeseile, dass im Zuge der Renovierung der Altarraum ein jahrhundertealtes Geheimnis preisgegeben hatte. Im Chorraum waren Gewölbestellen, die eine Grabstelle abschlossen, freigelegt und beschädigt worden, und die kleinen Öffnungen ließen den Blick auf ein Skelett frei werden. Ich war selbst an Ort und Stelle und konnte durch die Öffnung die letzte Ruhestätte eines Menschen sehen. Eine eigenartige Stille herrschte im Kirchenraum und doch wirkte die Grabkammer auf mich ruhig und natürlich.
Die Baumaßnahmen im Chor der Kirche erforderten archäologische Untersuchungen, die - für die Fachleute wegen des Alters der Kirchengemeinde nicht überraschend - zur Entdeckung eines bedeutenden Bodendenkmales führten. Am 07. Februar 1989 begannen Archäologen des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte mit dem Säubern der Gräber, Vorbereitung von Profilen, Schaffung von Arbeitsräumen, Planung der Dokumentationen und fotografischer Aufnahme der Fundstelle. Mit Feinspachtel und Pinsel wurde nun Schicht um Schicht abgetragen und jeder Arbeitsschritt mit Bleistift, Papier und Fotoapparat dokumentiert. Als ein leichter Pilzbefall der Gebeine festgestellt wurde, ruhten die Ausgrabungen, bis die Uniklinik Essen grünes Licht für weitere Maßnahmen gab.
Im Verlauf der Grabungen wurde im Osten der Kirche ein besonders gut erhaltener Baubefund sichtbar, nämlich die Chorabschlussmauer der frühmittelalterlichen Vorgängerkirche. Nach einer gründlichen Untersuchung stand fest, dass die Mauer älter ist als die Grabwölbungen, und dass nach den Erkenntnissen der Grabungen die Kammern erst angelegt worden waren, als die jetzige Kirche bereits erbaut war. Damit war auch sicher, dass man die Toten ganz bewusst neben dem Altar beerdigt hatte.
Die medizinischen Ermittlungen lassen ohne eine abschließende genaue Beurteilung den Schluss zu, dass in der unmittelbar an den Altar angrenzenden Grabkammer die Überreste einer weiblichen Person ruhen und die an der Außenwand bestattete Person nach den ausgewerteten Merkmalen wohl männlich gewesen zu sein scheint.

Die Aufnahme zeigt das Umfeld der Kirche um 1900; im Vordergrund vor der ehemaligen Gaststätte Ellinghaus steht noch die alte Kirchspielschule, die später auch Amtshaus war. Birgt der „Emscher Dom“ noch weitere Geheimnisse?

Die gesamten Untersuchungen zogen sich über einen Monat hin und endeten am 15. März 1989. Ein abschließendes Resultat der Grabungen liegt bis heute noch nicht vor. Neben den Skeletten wurden Kleinteile wie Perlmutknöpfe, nicht näher definierte Kupfer- und Bronzefunde, einige Münzen aber auch zwei Siegelreste mit dem Bild des hl. Remigius sichergestellt.
Als Ergebnis zum Kirchenbau gelang der archäologischen Forschung eine indirekte Datierung, da im Bereich des Altares Teile eines rechteckigen Steinchores einer kleinen Kirche freigelegt wurden. Zusätzlich entdeckten die Archäologen Scherben des 9. Jh. aus den zum Chor gehörenden Laufschichten, so dass der kleine Chor spätestens in der Karolingerzeit entstanden sein muss. Vergleiche mit anderen früheren Kirchen in Westfalen wurden angestellt und man rekonstruierte, wie die Vorgängerkirche ausgesehen haben könnte: Ein kleiner rechteckiger Saalbau mit rechteckigem Chorabschluss.
Wer letztlich neben dem Altar seine letzte Ruhestätte gefunden hat – die Kammern wurden nach den Feststellungen wieder geschlossen - konnte noch nicht bestimmt werden. Einer Dortmunder Chronik zufolge wurde am 1. Oktober 1603 Catharina von Aldenbokum in der St. Remigius Kirche „auf das Chor“ begraben und am 24. April 1604 fand in der Kirche auch deren Sohn, Gerhard von Bodelschwingh zu Mengede seine letzte Ruhe 
(„auf dem Chor neben dem hohen Altar begraben worden, rechtz jegen seiner saligen Mutter Begrebniß“)
.

Ansicht der Kirche (1930); rechts vom Hochaltar liegt die Fundstelle der Grabkammern und der Fundamente der Vorgängerkirche

Es waren die Jahre der Reformation und es könnte zu vermuten sein, dass die vorgenannten Personen in den entdeckten Grabkammern bestattet wurden und mit Gerhard von Bodelschwingh die Reihe der Bestattungen im Chorraum endete. Dieser Schluss scheint auch deshalb realistisch zu sein, weil sich nach dem Tode Gerhard v. Bodelschwinghs ein bis 1620 dauernder Erbfolgestreit um Haus Mengede entwickelte der schließlich zugunsten der Familie von Büren entschieden wurde, die im frühen 17. Jh. wieder zur katholischen Lehre konvertierte.


Wb
Quellen: Nach den Akten des Bauordnungsamtes – Untere Denkmalbehörde – der Stadt Dortmund „Grabungen Remigius-Kirche“
Otfried Ellger / Uwe Lobedey, Früher Kirchenbau und die Anfänge der Romantik im Ruhrgebiet und Westfalen, Essen 1999
Kurze Chronik des Kaufmanns Detmar Mulher 1601 – 1611, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark Band 68, 1973
„Westphälische Geschichte“, Johann Dietrich von Steinen, Lemgo, 1757


Heimatgeschichte

Das Wappen der Gemeinde Mengede

Amtmann Schragmüller gibt in seinem Verwal-tungsbericht der Hoffnung Ausdruck, dass „seine Gemeinde“ wegen ihrer besonderen Entwicklung einmal Stadtrechte erwerben könnte. Für diesen Fall hielt er es für geeignet, auf das Wappen der Herren von Mengede als Stadtwappen zurückzugreifen.
Die Herren selbst sind in ihrer Heimat kaum hervorgetreten. Einzelne Glieder der Familie aber zogen „gen Osten“ und kamen dort in bedeutenden Stellungen zu großen Ehren. So berichtet das Archiv der Ritterschaft Livlands:

Der Heermeister Johann von Mengede- Osthoff wurde 1450 in seinem Amt bestätigt, 1475 starb er. In demselben Jahre ist seines Vaters Brudersohn Engelbert von Mengede nach Livland gekommen und ist von der Herrschaft entsprossen, welche liegt im Lande der Mark, eine Meile von der Stadt Dortmund, und hat ein altes Schloß mit einer Stadt, die mit Wällen und Mauern umgeben ist. 

Das Mengeder Wappen, dass die Amtsparkasse als Siegel führte, die Mengeder Zeitung einst im Zeitungskopf hatte und welches auch das Hauptportal des Amtshauses und den offiziellen Briefkopf der Gemeinde zierte zeigt zwei schwarze Balken im weißen Schild, die nach alter Familientradition Redlichkeit und Treue bedeuten und der Helm, der das Wappen krönt, ist von zwei weißen Straußenfedern geschmückt. Noch heute finden wir es in manchem Vereinswappen wieder.
Quellen: Aus: 60 Jahre „Mengeder Zeitung“ und Verwaltungsbericht der Gemeinde Mengede Band 1
Das Wappen ziert das Titelblatt des Verwaltungsberichtes


Das Prozessionskreuz an der Rittershofer Straße

Die Wogen der Revolution hatten sich 1850 noch nicht geglättet, da beschloss die kath. Kirchengemeinde, eine Prozession zu Ehren des hl. Remigius durchzuführen, aus der in den Folgejahren die große Mengeder Fronleichnamsprozession wurde. Diese Prozession ging von der Kirche aus in die Mengeder Heide, machte Station auf dem „Gut Rittershof“, abwechselnd auf einer Wiese an der Rittershofer Straße oder auf Haumanns Wiese an der Siegenstraße und bei „Borgmann am Schlagbaum“. Erste oder letzte Station war der Platz vor den Mühlen vor Haus Mengede, an dem immer der größte Altar, reichlich geschmückt mit allen Blumen und Blüten der Jahreszeit aufgebaut war. Vor fast 40 Jahren endete in Mengede dieser althergebrachte Brauch und heute ist in der Bevölkerung kaum bekannt, dass unter diesem vom Weg kaum einsehbaren Kreuz (an der Rittershofer Straße, rechts hinter der Autobahnbrücke) Jahr für Jahr Tausende anhielten, um Station zu machen.

Wir fanden in der Sonderbeilage der „Mengeder Zeitung“ zur Tausendjahrfeier das folgende Gedicht des Mengeder Heimatdichters W. Lübbert, sen.

Das Kreuz am Rittershofer Walde

In meiner Heimat ist ein Raum,
Da steht ein Kreuz am Waldessaum.
Es ist kein Marmor, prunkend stolz,
Ganz einfach schlicht und nur von Holz.
Hier, wo es steht, bin ich bekannt –
Es ist im lieben Heimatland,
Im Dorf, wo ich geboren bin,
Und meine Wiege stand darin.
Hier hörst du Lerchenjubelschall
Noch eh sich zeigt der Sonnenball
Im Frühling, kommt der junge Tag,
Gibt’s gleich ein lust’gen Finkenschlag.
Dann fällt am grünen Waldesrain
Die Amsel und die Drossel ein,
Und schmelzend süß im Strauch am Wall
Die kleine, graue Nachtigall.
Und wenn die Sonn am Himmelbom
Gewandert über Berg und Strom,
Bis sie am späten Abend müd’
Sich senkt, hörst du noch manches Lied.
Im Sommer bei der Prozession
Steigt Gott, der Herr, umhüllt vom Thron,
Umhüllt vom Brot in Priesters Hand,
Kommt er zum Kreuz am Waldesrand.
Es segnet alle, groß und klein,
Beim schlichten Kreuz am Waldesrain,
Wo ein Altärchen aufgeschlagen,
Der Herr von Priesters Hand getragen.
Für mich ist heilig dieser Ort,
Denn in der Näh des Kreuzes dort,
Da wohnte einst vor langer Zeit,
Mein herzig Lieb, die beste Maid.
Die Zeiten sind dahingerauscht,
Seit ich voll Glück ihr’m, Wort gelauscht.
Den Arm um ihren Nacken schlang 
Und oftmals wie ein Vogel sang.
Manch Woge stürzte über Bord –
Die letzte riss die Liebste fort
Aus meiner Hütte, von der Welt, 
Trug sie hinauf zum Sternenzelt.
Nun bin ich alt – mein Haar ist bleich –
Die Liebste längst im Himmelreich –
Ihr Aug’ längst starr, der Mund längst stumm.
Still geh ich heut’ im Dorf herum.
Eh’ ich nun abends eingenickt,
Stumm zu den Sternen aufgeblickt, 
Seh ich im wachen, süßen Traum
Mein Lieb beim Kreuz am Sternensaum.





Stadtentwicklung

Eine weitere Attraktion im Erholungsgebiet zwischen Schaarstraße und Kanal

Seit Jahrzehnten wandern Menschen durch Feld und Flur in Schwieringhausen, einer grünen Lunge im Außenbereich unseres Stadtbezirkes, die durch vielfältige Maßnahmen in den vergangen Jahren weiter aufgewertet wurde. Dieses Gebiet ist seit Mitte Mai dieses Jahres um eine Attraktion reicher. Zunächst wurden vier weibliche Rinder, darunter ein Kälbchen, in ihrer neuen Umgebung freigesetzt und nach wenigen Tagen bekam die kleine Herde auch ihren „Rambo“, den Bullen, der fortan die noch kleine Herde führt.
Seit 1920 strebten die Brüder Heck  in den von ihnen geleiteten Zoos in München und Berlin an, durch Rückzüchtung diverser Hausrindrassen Tiere zu erschaffen, deren Eigenschaften denen des ursprünglich hier heimischen Wildrindes in Form eines Auerochsen möglichst weitgehend entsprechen. Die heutigen, nach ihren Züchtern benannten Heckrinder sind eine robuste, pflegeleichte Rasse und besitzen eine hohe Resistenz gegen Krankheiten. Sie können ganzjährig im Freien gehalten werden und zeigen dann wildtierartiges Verhalten.
Heckrinder haben sich bei Naturschutzprojekten, u.a. in Lippeauen, im Kreis Soest und im NSG „Am Timberg“ in Hamm zur Vermeidung von Pflegemaßnahmen wie Mahd und Gehölzpflege bewährt. Durch ihr wehrhaftes, Aussehen halten sie außerdem ihr Revier frei von Störungen und schützen so auch im Winter rastende Wasservögel und andere störungsempfindliche Arten zuverlässig. Die Beweidungsdichte ist letztlich für den zukünftigen Landschaftsraum maßgeblich, und für eine natürliche Entwicklung (Mosaik aus Baum- und Strauchbewuchs mit offenen Gras- und Staudenbereichen), genügt eine Besatzdichte von einem Tier auf 4 ha. Vogelarten wie Wachtelkönig und Rohrweihe finden auf diesen Flächen geeignete Brutstätten, nicht jedoch Wiesenbrüter wie z.B. der Kiebitz.
Mit dem Besatz der Fläche durch die Tiere soll eine ökologische Grünlandpflege erreicht werden und zwar nicht nur schonender als dies der Mensch mit seinen technischen Hilfsmittel schaffen könnte sondern auch preiswerter und neben der Beweidung sollen unsere „Auerochsen“ auch eine Sicherungsfunktion  im Naturschutz übernehmen, denn wer möchte schon innerhalb der abgegrenzten neuen Heimat der Tiere seine Zelte zum wilden Biwakieren mit Lagerfeuer und sonstigem unkontrollierten Treiben aufschlagen.

Die kleine Herde bekommt ihren Chef. Das Foto stellte uns dankenswerterweise Stephan Schütze zur Verfügung.

Werden die Heckrinder den Zielen der Naturschützer gerecht, so können wir Bürger uns sicher dauerhaft an der Rückgabe der Fläche an die Natur erfreuen.


Markante Gebäude im Stadtbezirk

Haus „Königshalt“, heute Castroper Str. 65
Repräsentations- und Schulgebäude in alter Zeit

Im September 1847 besuchte König Friedrich Wilhelm IV. Schloss Bodelschwingh. Er kam mit der gerade erbauten Köln-Mindener Eisenbahn bis Mengede. Zur Erinnerung an diesen Tag bewahrt Haus Bodelschwingh den silbernen Becher, aus dem der König trank. In Mengede bildete sich nach dem hohen Besuch eine Gesellschaft, die am Bahnhof, auf Oestricher Gebiet im Bereich der Einmündung der Hansemannstraße, ein schlossähnliches Gebäude errichtete, das sie „Königshalt“ nannte, nicht zu verwechseln mit der Gaststätte gleichen Namens, die zur Zeit des königlichen Besuches unmittelbar am Bahnhof lag, 1974 für den Bau der Bahnhofsbrücke abgebrochen werden musste und die auch für eine Fernsehserie in früheren Jahren zur Verfügung stand. Der Gesellschaft diente das Haus als Kasino oder Vereinshaus. Die Hauptaktionäre waren Pfarrer Hausemann, Dr. med. Funcke, Kaufmann Flüß aus Mengede und der Landwirt Bölling aus Nette.
Nach 1872 bildete sich in Mengede eine Gruppierung besser gestellter Bürger der Kirchspiele Mengede und Bodelschwingh, die ihren Kindern gern eine höhere Schulbildung zukommen lassen wollte. Diese Bürger bildeten einen privaten Schulverband zur Errichtung einer Rektoratschule. Zum Schulvorstand gehörten Pfarrer Arnold Hausemann, Wirt Schimmel (Mengede), D.H. Schröder-Prein und Landwirt Schween gen. Schulte-Rödding (Groppenbruch), sowie Landwirt Völkmann (Bodelschwingh). Die Gesellschaft Königshalt stellte in dem Kasino ein Schulzimmer und eine Wohnung für den Rektor zur Verfügung. Als Rektor wählte man den Kandidaten Theol. Kruse. Den Unterricht im Zeichnen und Singen übernahm der Lehrer August Bauckloh-Mengede und Ostern 1873 wurde mit rund 30 Schülern, darunter vier Mädchen der Unterricht aufgenommen.

Als die Kasino-Gesellschaft ihren Besitz veräußerte, war der Schulvorstand gezwungen, ein anderes Schulhaus zu finden. Der Bauunternehmer Schröder-Prein hatte zu der Zeit einen Neubau im Oestricher Felde in der Nähe der Eisenbahn fertig gestellt, 
und dort wurde die Schule 1875 eingerichtet. Inzwischen hatte der Kandidat Kruse eine Pfarrerstelle in Sachsen angenommen, 
und man wählte den Kandidaten Kirsch als seinen Nachfolger. Lehrer Bauckloh verzichtete auch, und sein Nachfolger wurde Lehrer Friedrich Wittenborg (Bodelschwingh). Die Schule lag jetzt ein gutes Stück von Mengede entfernt, aber man hatte dieses Haus auch aus dem Grunde gewählt, weil man auf einen stärkeren Besuch von Bodelschwingh, sogar von Castrop rechnete. Tatsächlich kam auch ein Schüler Kalthoff von Castrop, der spätere Sanitätsrat Dr. Kalthoff aus Huckarde. Aber die Eltern schickten die Mädchen nicht mehr zur Schule, denn die Schule lag weit ab, der Rektor wohnte nicht in der Schule und die Schülerinnen klagten über den rauhen Umgang der Mitschüler.

Der Kandidat Kruse soll ein eifriger, erfolgreicher Lehrer gewesen sein, obwohl die Schule an Lehrmitteln sehr arm gewesen war (ein Globus, eine Karte, eine Wandtafel, eine Geige). Kruses Nachfolger wohnte in einem Wirtshaus in Mengede.

Schüler Adolf Schmidt hatte den Auftrag, ihn morgens zu wecken und die Geige zu holen. Die Geige brachte er zur Schule, aber er vergaß öfter, den Herrn Rektor zu wecken.Dann wurde in der Schule Unfug gemacht, und schon bald gingen die Jungen, ohne unterrichtet zu sein, nach Hause.So entstand ein gespanntes Verhältnis zwischen Pfarrer Hausemann und dem Rektor. Einige Schüler wollten 1876 abgehen, um einen Beruf zu ergreifen, andere wollten zur höheren Schule. Neuanmeldungen erfolgten nicht. So kam es, dass man die Rektoratschule zu Ostern 1876 schloss.

„Haus Königshalt“ in Oestrich, Repräsentationsgebäude über Jahrzehnte im19. Jh. aber auch priv. Schulgebäude für Kinder höher gestellter Bürger. Hier als Kohlezeichnung von E. Zurmühlen, Bauzustand um 1960, links eine Aufnahme von 1928

Das Haus Königshalt wurde von den Eigentümern Herr Katzenstein, Kaufmann in Kassel und Firma Gebr. Haase in Gelsenkirchen 1917 an die Deutsch-Lux verkauft. Von dieser kam es an die Vereinigte Stahlwerke AG (1928) und 1954 an die Hansa Bergbau AG die es schließlich später privatisierte. Nach einigen Eigentumswechseln wurde das Haus grundlegend saniert und dient heute als Wohn und Geschäftshaus.



Dies und Das

Stammtischgeflüster

Begeistert waren alle von der Präsentation des Heimatvereins auf dem letzten Stadtteilfest. Der Brunnen war extra herausgeputzt worden und gab zu vielen Diskussionen um seine Zukunft bei Kaffee und Kuchen im „Heimatcafe“ Anlass. Die Freude dauerte jedoch nicht lange, denn die fleißigen Hände mussten beim Gießen der Blumen feststellen, dass der bunte Schmuck inzwischen samt Kasten Beine bekommen hatte. Genau so war man enttäuscht, dass die Tafel bei Haus Mengede mit den Ansichten früherer Tage auch einigen Randalierern nicht gefallen haben muss. „Wir machen jedoch weiter“ war die einhellige Meinung.

Dauertermine:

1. Mi i.M.

19.00 Uhr: Stammtisch Heimatverein: im August bei „Wiegand“, September  im „Burghof“

1. Fr. i. M.

NCC, Sportklause, 20.00 Uhr, Monatsversammlung

1. Sa. i. M.

Museum Westhausen der REVAG-Gruppe Bodelschwingh – Westerfilde, 10.00 bis 16.00 Uhr

3. Sa. i. M.

BUV-Kleinzeche, von 10.00 bis 16.00 Uhr

2. Fr i. M.

Schützenstammtisch im „Burghof“


Impressum: Herausgeber: Verein zur Förderung des Brauchtums und des Heimatgedankens im Stadtbezirk Mengede e.V. 
Redaktion: Wilfried Jürgens - Adalmundstr. 16 - 44359 Dortmund (0231-33 56 29)

 
 
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