Heimatblätter

Beiträge und Geschichten aus dem Stadtbezirk Mengede

Herausgegeben vom Verein zur Förderung des Brauchtums und des Heimatgedankens im Stadtbezirk Mengede e. V.

Nr. 4
mit Sonderbeilage Nr. 1

Samstag, 29. März 2003

2. Jahrgang
Einzelpreis 0,20 Euro



Liebe Leser,

Mit der Berichterstattung über archäologische Funde in unserer Region nehmen wir ein neues Thema auf. Verfasserin ist Frau Dr. Henriette Brink-Kloke, der wir für Ihre Mitarbeit ganz herzlich danken. Außerdem wird dieses Heimatblatt durch die erste Sonderbeilage ergänzt. Wir hoffen, die Beiträge finden Ihr Interesse.

Die Sonne hat uns in den letzten Winterwochen und zu Beginn des Frühjahrs mehr als verwöhnt und in der Natur erfreuen uns schon alle möglichen Farben. Möge uns die wärmere Frühjahrszeit die richtige Kraft schenken und den Kranken unter uns die Schmerzen lindern. Wir wünschen Ihnen eine schöne Zeit.

Ihre Heimatblätter-Redaktion



Bodenfunde im Stadtbezirk


Archäologische Funde bei Schwieringhausen

Schon seit mehreren Jahren ist bekannt, dass unter der Pflugschicht auf den Feldern zwischen Gut Altmengede und Schwieringhausen archäologische Siedlungsspuren verborgen liegen. Ehrenamtliche Helfer der Archäologie (Bodendenkmalpflege) sammelten hier immer wieder Fundstücke auf und meldeten die Fundstellen den zuständigen Behörden: der Denkmalbehörde Dortmund oder dem Westfälischen Museum für Archäologie/Amt für Bodendenkmalpflege. Inzwischen können die Archäologen ein dichtes Fundstellenraster über große Areale legen und Rückschlüsse auf die noch im Boden verborgenen Denkmäler ziehen.

Ausschnitte aus einem kleinen germanischen Dorf

Fundstücke, wie Scherben, Eisenschlacken und Webgewichte waren es auch, die zur bislang einzigen archäologischen Ausgrabung auf Schwieringhauser Gebiet führten. Der Autobahnzubringer L 609 (Emscherallee) sollte den schon lange bekannten Fundplatz auf dem nördlichen Ufer der Emscher durchschneiden. Eine Untersuchung des Trassenbereiches im Vorfeld der Baumaßnahmen war daher erforderlich. Die Ausgrabung führte zwischen 1986 und 1988 die Außenstelle Olpe des Westfälischen Museums für Archäologie/Amt für Bodendenkmalpflege durch. Alle Fundstücke der Ausgrabung und die Grabungsdokumentation verblieben im Bestand der Außenstelle, bzw. werden demnächst im neuen archäologischen Landesmuseum in Herne zu sehen sein.

Teile einer germanischen Siedlung des 3. Jh. n. Chr. wurden bei der Ausgrabung entdeckt. Auf einer Fläche von ca. 10 m x 50 m, die der Breite der geplanten Straße entsprach, legte man mehrere Pfosten und Siedlungsgruben frei. Auch ein rechteckiges Grubenhaus gehörte zur Siedlung und wurde untersucht. Es handelt sich dabei um ein in die Erde eingetieftes, kleines Gebäude, dessen Zeltdach von zwei Pfosten in der Mitte beider Schmalseiten getragen wurde. Hinweise auf die Funktion dieser Grubenhütte – meist sind sie als Werkstätten und/oder Lagerräume genutzt worden – konnten nicht festgestellt werden.

Die lockere Streuung der Befunde zeigt, dass mit der Ausgrabungsfläche in der Straßentrasse offensichtlich nur der Rand einer  Siedlung erfasst war. Da die Emscher noch im 19. Jahrhundert an dieser Stelle bei Überschwemmungen bis zu 300 m breit wurde, könnte sich das Zentrum der vorgeschichtlichen Siedlung auf höher gelegenem Gelände befunden haben.

Menschenfiguren aus Ton

In einer Grube fand man während der Ausgrabung ganz außergewöhnliche Funde: Es waren Bruchstücke von vollplastischen Figürchen aus Ton, die menschliche Gestalt zeigen. Alle Figürchen sind handgeformt, recht schlank und geschlechtslos dargestellt. Brust und Rücken sind teilweise leicht abgeflacht, die Beine –sofern erhalten– parallel ausgestreckt. Sie sind aufrecht gestellt, besitzen aber keine waagerechte Standfläche; ihre Oberflächen sind stets sorgfältig geglättet, Fingerspuren von der Bearbeitung werden nirgends sichtbar.

Die Schwieringhauser Fundstücke sind bislang im germanischen Lebensraum einzigartig. In der wissenschaftlichen Forschung galt, dass die Germanen menschengestaltige Plastik nur in Holz gefertigt haben. So waren hölzerne Pfähle in Menschenform, die in Mooren gefunden wurden, bis dahin die einzigen Fundstücke. Lediglich an einem Topfhenkel hatte man in Hamburg einen plastischen Tonaufsatz als Teil eines menschlichen Oberkörpers mit ausgebreiteten Armen identifiziert. Seit kurzer Zeit allerdings wird auch ein Fundstück aus der Dortmunder Innenstadt, Silberstraße, in Zusammenhang mit germanischer Vollplastik in Verbindung gebracht: eine kleine, 3,8 cm hohe Frauenstatuette, deren Geschlechtsmerkmale deutlich herausgearbeitet sind.

Möglicherweise existieren damit schon zwei Dortmunder Nachweise für menschengestaltige Tonfiguren, die von Germanen angefertigt wurden.

Ein kleiner Tierkopf

Am 15. Mai 2001 wurde das bislang letzte Fundstück von den Feldern am Eckei zwischen Gut Altmengede und Schwieringhausen aufgesammelt: der Kopf einer Tierfigur aus rötlichem Ton, hellbraun glasiert, ca. 4 cm hoch. Das Gesicht mit einer hundeartigen Schnauze wird umrahmt von einem dünnen Wulst, der regelmäßig eingekerbt ist und offensichtlich einen Haarkranz um das Gesicht darstellen soll. Die Augen sind aus kleinen, hell gefärbten Tonkügelchen aufgesetzt, die in der Mitte dunkel glasiert sind; die runden Ohren sind ebenfalls angesetzt. Am Hinterkopf blieb eine rundliche Fläche unglasiert. Sie ist von einem weißen Streifen umgeben und unregelmäßig eingekerbt. Offensichtlich war hier etwas aufgesetzt, das später verloren ging. Das Köpfchen geht über in einen langen gerade Hals und könnte am Rand eines Tongefäßes aufmodelliert oder eventuell vollplastisch ausgeformt gewesen sein.

Funde dieser Art sind nicht häufig. Wenige Beispiele wurden bei Ausgrabungen in den 80’er Jahren des 20. Jh. im Groppenbruch gefunden: Ansätze tiergestaltiger Figuren als Ausguss  an Handwaschgefäßen oder als Stiel eines Bräters. Sie datieren dort in das 16./17. Jh. n. Chr., vielleicht kann man auch den kleinen Tierkopf vom Eckei dort einordnen.

H. Brink-Kloke


Heimatgeschichte



Arbeitsstätten im Amt Mengede (1889 – 1928)

Neben den Schachtanlagen im Amtsbezirk („Adolf von Hansemann“ und „Westhausen“) und „Schacht Schwerin“ (Dingen) und „Minister Achenbach“ (Brambauer) in den Nachbargemeinden boten neben den Handwerksunternehmen auch kleinere Betriebe Arbeitsgelegenheit. 


Über 6 Jahrzehnte bot „Adolf von Hansemann“ den Bürgern im Stadtbezirk Beschäftigung


Bauunternehmer Robert Fischer aus Bochum und der Formermeister E. Schulte aus Witten- Annen gründeten 1898 die „Westfälischen Stahlgusswerke Mengede-Dortmund“ mit eigenem Gleisanschluss. Ein Martinofen war auf eine tägliche Produktion von 600 Kg eingestellt. 1901 betrug die Jahresproduktion an Siemens-Martin-Stahl ca. 50 000 kg. In der Hauptsache wurden Maschinenteile, Kammräder, Räder und Radsätze für Gruben- und Feldbahnen hergestellt. Die mechanische Werkstatt enthielt neben Hobel- und Bohrmaschinen 24 Drehbänke und beschäftigte durchschnittliche 35 Mann, die Formerei mit Gießerei 25 Arbeiter. Die Konzentration der Metallindustrie und die immer mehr zurück gehenden Preise für Stahlguss infolge einschlägiger Verbesserung der Arbeitsmethoden bereiteten dem Werk ein frühzeitiges Ende. Die Räumlichkeiten gingen später durch Pacht und Kauf teilweise an den Fabrikbesitzer Alvermann über, dessen Röhrenwerk sich vor 1914 und noch während des Krieges durch teilweise Umstellung auf Heereslieferung gut entwickelte, letztlich aber auch in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts still gelegt wurde. Verschwunden ist auch das bedeutende Eisenschrottlager einer Kasseler Firma, das in seiner Blütezeit fast 50 Arbeitsplätze bot. Die Sperberstraße hieß vor der Eingemeindung Fabrikstraße und hier und an der Dohlen- und Castroper Straße waren die vorgenannten Betriebe angesiedelt.

Der Bau der Wohnkolonien Anfang des 20. Jh. durch die Schachtanlagen förderte das Bauhandwerk. Dazu kamen auch die privaten Investitionen im Wohnungsbau und die Bautätigkeit der öffentlichen Hand durch Kanal- und Straßenbau. Die Ringöfen und Ziegeleien hatten Vollbeschäftigung. Adolf von Hansemann, zunächst nur auf den Eigenbedarf ausgerichtet, hatte 2 Maschinenöfen mit einer Jahresleistung von 5 Mio. Steine; Westhausen verfügte über einen Ofen mit 4 Mio. Jahresproduktion. Als Rohmaterial wurde Tonschiefer gemahlen und verarbeitet. Rund 40 Arbeitsplätze standen in den zwei Ziegeleien um 1900 zur Verfügung. Die 2. Ringofenanlage produzierte auch Straßenbegrenzungssteine und Mauerabdeckplatten.

An der Mengeder Straße in Nette lag die Ringofenziegelei Schröder & Holthaus. Hier wurde gestochener Lehm verarbeitet und über 3 Mio. Steine waren die Höchstleistung aus 1900. In Brüninghausen brannte die Feldziegelei Backofensteine, Dachpfannen und Drainageröhren. Die Ziegelei hatte der Landwirt Wilhelm Heymann vom Schloss Bodelschwingh gepachtet. Auch Dietrich und Karl Schulze in Schwieringhausen unterhielten eine Ziegelei, die über den Kanal ihre Produkte auch auf dem Schifffahrtswege vermarkten konnte. Zu dieser Zeit war der Bedarf im heutigen Stadtbezirk Mengede so groß, dass auch die Ziegelei im nahe gelegenen Levringhausen einen guten Markt in Mengede fand.

Nicht wegzudenken waren in der Emscherniederung seit Jahrhunderten die Wassermühlen. Dazu zählten die Mühlen beim Gut Königsmühle, die bis 1900 von der Emscher getrieben und dann auf Elektrizität umgestellt wurde. Hier wurde gegen Multerabgaben Öl und Korn gemahlen.

Zwei Mühlen gehörten zum Haus Mengede. Diese lagen unmittelbar im Ortskern an der Emscher, rechts stand die Korn- und links die Ölmühle. Beide Mühlen wurden bereits im 17. Jh. angelegt und verloren mit der Regulierung der Emscher endgültig ihre Bedeutung, wobei die Ölmühle schon länger stillgelegt worden war und nur dem Haus Mengede noch für die Landwirtschaft zur Verfügung stand.


Die Mühlen von „Haus Mengede“; 
hier verläuft heute die Waltroper Straße in Höhe der evangelischen Kirche



Im Amtsgebiet lagen zu früherer Zeit auch noch die Fuckmühle in Deininghausen und die bedeutendere Mühle von Haus Ickern. Die Begradigung des Flusslaufes der Emscher brachte schließlich das Ende der Mühlen. In Mengede wurde die Kornmühle noch lange Jahre als Handelsmühle genutzt. Die Ölmühle wurde Anfang des 20. Jh. bereits abgebrochen, das Gebäude der Kornmühle überstand noch den zweiten Weltkrieg, verfiel dann und wurde u.a. auch für den Bau der Waltroper Straße abgebrochen. Daneben stand in Östrich noch die Dampfmühle Hoening, die 1888 für rund 110.000 Mark ohne Grund- und Bodenkosten errichtet wurde. Hier wurden verschiedene Mehle produziert, die u.a. auch über das eigene Anschlussgleich vertrieben werden konnten. Mit dem technischen Aufschwung verloren schließlich auch unsere Mühlen im Stadtbezirk an Bedeutung.




Vor 75 Jahren


1928: AS „Goliath“ Mengede

Deutscher Mannschaftsmeister im Boxen

Ganz Mengede fieberte dem Endkampf entgegen und das Eckfenster des Möbelhauses Niermann (heute Coiffeur Schäfer) war seit Tagen für die Titelkämpfe u.a. auch mit einem Bild der Danziger Gäste geschmückt. Die Schreinerfirma Köppler hatte den Boxring im Saalbau gefertigt und die Mengeder Zeitung rief der Gastmannschaft, dem Sportverein Schutzpolizei Danzig, ein „Herzliches Willkommen“ zu.

Der letzten „Mengeder Zeitung“ vor der Eingemeindung nach Dortmund war es vorbehalten, über das Großereignis vom 25. März 1928 zu berichten. „Das große Sportereignis liegt hinter uns, die Schlacht ist geschlagen und gewonnen. Mengede, das der Punktrichter nur dem Namen nach kannte, das die Danziger Gäste nach ihrem eigenen Bekenntnis trotz Zusammentragens der größten Atlanten nicht auf den Landkarten gefunden haben, hat die Deutsche Meisterschaft an sich gerissen.“ Die Gäste waren mit dem Zug am Samstag angereist und wurden mit Pauken und Trompeten und von einer Abordnung des Ortsvereins vom Bahnhof abgeholt, im Saalbau begrüßt und anschließend ging es in einem kurzen Festzug durch den alten Ortskern. Mengede zeigte sich im Festgewand und mit einer Besichtigung der Schachtanlage A. v. Hansemann unter und über Tage schloss das Rahmenprogramm vor den Endkämpfen ab. Der Saalbau war bis auf den letzten Platz besetzt und auch auf dem Marktplatz stand man in dichten Reihen.

Die erfolgreiche, über drei Jahre ungeschlagene Staffel , hier angeführt von Heinrich Hölscher und weiter v. l.: 
A. Skupin, H. Türberg, H. Lengsfeld, H. Zylka, 
W. Bauer, R. Goyke, Fr. Czigacz und H. Schipporeit

Für Mengede traten an: Bux 2 (Fliegengewicht), Lieder (Bantamgewicht, Oberkönig (Federgewicht(, Stegmann (Leichtgewicht), Bux 1 (Weltergewicht), Ritterswürden (Mittelgewicht), Horsthofer (Halbschwergewicht) und Hölscher (Schwergewicht). Der Boxvergleich schwankte hin und her bis im Halbschwergewicht Horsthofer für Mengede in Führung ging. Als Heinrich Hölscher dann im entscheidenden Kampf ein Unentschieden errang, kannte der Jubel im Saal und draußen keine Grenzen. Ein sportliches Großereignis schloss mit dem Deutschen Meistertitel für Mengede.

In die Fußstapfen der erfolgreichen Mannschaft trat nach dem Krieg die abgebildete Staffel, die zwar keinen nationalen Mannschaftstitel gewann, aber über drei Jahre ungeschlagen in den Vergleichskämpfen blieb.
w.b.



Stadtentwicklung

IKEA - Distributionszentrum

Das 133 ha große Bergehalde und angrenzende Flächen werden durch den Holthauser Bach in zwei Teilbereiche untergliedert. Nur der größere südliche Teilbereich wird zum Gewerbegebiet ausgebaut. Der nördliche Teilbereich bleibt von gewerblicher Nutzung frei und wird dem Naturschutzgebiet Siesack zugeschlagen. Vier geplante Windkraftanlagen am Südrand des nördlichen Teilbereichs sind trotz ökologischer Vorbehalte vorgesehen. Eine alternative Verlegung der Anlage entlang des Kanals im gewerblich genutzten Südbereich ist wegen der zu geringen Abstände zu Wohngebieten nicht möglich und auch Gründungsprobleme lassen dies nicht zu. Der Straßenanschluss an die Ellinghauserstraße und die L609 (Emscherallee) bietet die unmittelbare Verbindung mit den Autobahnen A 2 und A 45, ohne Wohngebiete durchfahren zu müssen. Das Gut Königsmühle erhält einen gesonderten Straßenanschluss an das Gewerbegebiet. Die bestehende Brücke über die Emscher bei Königsmühle wird als Fußgänger- und Fahrradbrücke zurückgebaut. Der Bahnanschluss ist über die alte Zechenbahn nach Eving gegeben. Der noch vorhandene westliche Bahnanschluss nach Huckarde wird nicht benötigt und aufgegeben. Der Anschluss nach Eving ist inzwischen neu ausgebaut und erschließt im Endausbau alle Bereiche des Gewerbegebietes.

Die erste Ausbaustufe des Gewerbegebietes ist durch die Errichtung des IKEA - Distributionszentrums (51 ha) im Nordwestbereich begonnen. IKEA hat den gesamten Nordbereich des Gewerbegebietes als Optionsfläche erworben. Eine zukünftige Erweiterung des Zentrums auf dieser Fläche ist geplant. Das IKEA-Distributionszentrum steht in seiner ersten Ausbauphase kurz vor der Fertigstellung. Mit einer Teilnutzung wurde bereits Anfang Dezember begonnen. Die endgültige Inbetriebnahme ist im Mai 2003 geplant. Das Zentrum dient als Verteilungszentrale für die gesamte Bundesrepublik und später auch für die Beneluxländer. Die Anlieferung der ausschließlich in Paletten verpackten Waren aus ganz Europa und Übersee erfolgt zu 40 % über die Bahn, der Rest über LKW. Von Dortmund aus werden die regionalen Auslieferungszentren in Deutschland und den Beneluxländern mit Schwerlastern beliefert. IKEA- Kaufhäuser werden nicht beliefert. Eine Direktbelieferung von Kunden ist in kleinen LKW bis zu Entfernungen von 100 Km geplant Das jetzt fertig gestellte Gebäude hat eine Größe von 150 x 475 m. Es ist 26 m hoch und wird im Lagerbereich vollautomatisch betrieben. Manuell ist nur die Be- und Endladung der LKW und Bahnwaggon. Der Betrieb läuft in zwei Schichten. In der jetzigen Ausbaustufe werden ab Mai 2003 500 Mitarbeiter, davon 50 in der Verwaltung beschäftigt sein. In der Endausbaustufe von IKEA und den erwarteten weiteren Logistikbetrieben sind bis zu 2000 Arbeitsplätze denkbar.
hp


Maibaumfest 1. Mai 2002


Komm lieber Mai und mache …

Bis wir diese Verse anstimmen können, geht noch einige Zeit in Land. Dennoch hat der Arbeitskreis „Brauchtumspflege“ Vorbereitungen zum Maitag getroffen.

Wie bisher wird dafür gesorgt, dass wir – so der Wettergott es uns erlaubt – unter dem Maibaum auf dem Mengeder Markt singen, tanzen und fröhlich miteinander reden können. Es wird an alles gedacht - merken Sie sich den Termin bitte vor.



Personen

Heinrich Wübbeke  auf letzter Fahrt

Heinrich Wübbeke, auch liebevoll „Fuhrmann“ genannt, war der Kutscher der Kaiser und Könige der Mengeder Bürgerschützen, ein großer Pferdefreund und eines der letzten Mengeder Originale der Großvätergeneration. Geboren am 17.04.1920 verstarb er am 19.01.2003 im Alter von 82 Jahren. Heinrich Wübbeke hielt auch im beruflichen Alltag die Zügel fest in der Hand. Schon als Junge fuhr er Sand für die frühere Baufirma Nickel + Eggeling, nach dem Krieg 20 Jahre lang Rohstoffe und Kohle für die Zeche „Adolf von Hansemann“ und zwischendurch Baumaterial für die um Mengede herum entstehenden Selbsthilfebauten der Bergleute. Er pflegte als einer der Letzten mitten im alten Mengede bis in die 80-er Jahre einen klassischen Hausgarten und ließ doch die gerade laufen lernende Generation der Nachbarn gerne in den Beeten spielen und sich mit allerlei abgezupften Kulturen schmücken.

Heinrich Wübbeke, 
als Kutscher der Majestäten 1951

Richtig bekannt wurde der „Lange Heinrich" jedoch als Kutscher der Schützenmajestäten. Auch ritt er als erster St. Martin durch Mengede und spannte für manche private Fahrt die Pferde an. Alten Mengedern sind auch die Besuche mit einem seiner Vierbeiner in der Kinogaststätte am Bahnhof und im „Burghof“ zur geruhsamen Rast und zum abendlichen Umtrunk bestens in Erinnerung. Als dann das Auto die „Hafermotoren“ als Transportmittel mehr und mehr verdrängte, protestierte er stumm auch mit dem Schild in seinem Vorgarten „Das Pferd muss bleiben“, das von einem Reitturnier in der Westfalenhalle den Weg nach Mengede gefunden hatte. In der Westfalenhalle war der Pferdekenner zu den großen Reitturnieren ein gern gesehener Helfer und auch die Reithalle in Bodelschwingh kannte er wie seine Wohnstube. Zur Freude der Reiterfamilie trug ihn sein „Drahtesel“ Jahrzehnte tagein, tagaus zur Pflege von Pferd und Stall dorthin.

Der Verstorbene gehörte 42 Jahre lang dem Reiterverein Bodelschwingh an, Schütze war er 52 Jahre, dem evangelischen Männerverein hielt er 37 Jahre lang die Treue und war mit Leib und Seele Mitglied der Mengeder Feuerwehr. Kameraden seiner Wehr trugen ihn auch unter großer Anteilnahme zur letzten Ruhestätte.

„Unser Heinrich“ kannte wie kaum ein anderer Mengede und seine Bürger und gerne hörten wir seine Erzählungen über Land und Leute unserer Heimat. Nun ist er selber Geschichte und in ihr wird er uns auf Dauer lebendig bleiben.
bo/fhv


Dies und Das

Stammtischgeflüster

In den vergangenen Wochen häuften sich Informationsveranstaltungen über den neuen Flächennutzungsplan und Insekt. In diesem Zusammenhang wird aber auch aus vielen Stadtbezirken Kritik laut, die sich insbesondere auf die Realisierung der Bürgerwünsche bezieht. Wir könnten uns vorstellen, dass es Verwaltung und Politik gut zu Gesicht stehen würde, wenn Anregungen der Bürger überprüft und umgesetzt werden könnten. Wir haben gehört, dass auch kostenlose Tipps – und Bürgervorschläge sind nun mal nicht teuer - gut sein sollen. Der Heimatverein wird sich im Übrigen mit eigenen Anregungen und Bedenken in das Verwaltungsverfahren einbringen.

Mit der wärmeren Jahreszeit laden auch die Grünflächen am Kanal wieder Jung und Alt zur Rast ein. An den bevorzugten Standorten fehlen Abfallsammelbehälter. Könnte hier vielleicht Abhilfe geschaffen werden? Wenn diese aufgestellt würden, wäre der Platz an der „Kumpel-Riviera“ noch reizvoller.

Weitere Termine:

29.03.03

19.30 Uhr Jahreshauptversammlung der Bürgerschützen im „Treffpunkt“

18.04.03

Karfreitagsmusik in Kath. St. Remigius mit dem Kirchenchor „Cäcilia“

27.04.03

Heimatverein: Vogelkundliche Wanderung

10.05.03

Frühlingsfest der Bürgerschützen im „Burghof“

Dauertermine:

1. Mi i.M.

19.00 Uhr: Stammtisch Heimatverein im „Burghof“

1. Fr. i. M.

NCC, Sportklause, 20.00 Uhr, Monatsversammlung

1. Sa. i. M.

Museum Westhausen der REVAG-Gruppe Bodelschwingh – Westerfilde, 10.00 bis 16.00 Uhr

3. Sa. i. M.

BUV-Kleinzeche, von 10.00 bis 16.00 Uhr

2. Fr i.M.

Schützenstammtisch im „Burghof“





Impressum:

Herausgeber: Verein zur Förderung des Brauchtums und des Heimatgedankens im Stadtbezirk Mengede e.V. 
Redaktion: Wilfried Jürgens - Adalmundstr. 16 - 44359 Dortmund (0231-33 56 29)

 
 
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