Heimatblätter

  Beiträge und Geschichten aus dem Stadtbezirk Mengede
Herausgegeben vom Heimatverein Mengede e. V.
 

Nr. 25
30. Juni 2009
8. Jahrgang
EP 0,50 Euro

 

 

 

Als wären sie bestellt gewesen, die jungen Musiker der Jugendkapelle Ladbergen auf dem Tecklenburger Markt
Liebe Freunde des Heimatvereins,
unser diesjähriger Ausflug ist bereits Geschichte. Tecklenburg zeigte sich im schönen Sommerkleid und pünktlich - wie bestellt - spielte am Markt die Jugendkapelle Ladbergen zum Frühkonzert für uns auf.

Nächste Station war das ehemalige Zisterzienser Kloster in Leeden. In den angeschlossenen Räumlichkeiten ist der dortige Heimatverein zuhause und die Führung durch Mitglieder desselben rundete den Tag ab, alle waren zufrieden und für das leibliche Wohl war bestens gesorgt worden. Es hat sich einfach gelohnt und wir freuen uns schon auf den Ausflug im kommenden Jahr.

Ihnen allen wünschen wir noch schöne Sommertage

hre Heimatblätter-Redaktion

 

 

 

Die Themen dieser Ausgabe: • Jahresrückblick 2008
Sagen und Legenden (7)
Denkmalserie (11)
• 40 Jahre Hallenbad Nette
• Emscherumbau
• Impressum

 

 

 


Jahresrückblick 2008

Nach der Gründung des Heimatvereins Mengede e.V. im Jahre 2002 kann der Verein im 7. Geschäftsjahr auf zahlreiche erfolgreich durchgeführte Veranstaltungen mit guter Resonanz in der Öffentlichkeit sowie im Vereinsleben zurückblicken. Die 2007 ins Leben gerufene Gruppe interessierter Bodelschwingher und Westerfilder Mitbürger hat inzwischen mehr als 40 Mitglieder und hat sich sehr positiv in die allgemeine Vereinsarbeit eingebracht. Auch die Übernahme des städt. Saalbaues Mitte des Jahres 2008, wo der Heimatverein durch die Bezirksvertretung Mengede mit der Verwaltung und Organisation als „Kümmerer“ eingesetzt wurde, kann nach 6-monatiger Tätigkeit als gelungen angesehen werden. Besonders erfreulich war bei den vom Heimatverein organisierten Veranstaltungen die große Teilnahme der Bevölkerung und die ehrenamtliche Mitwirkung der Vereinsmitglieder. Auch die Unterstützung des Stadtbezirksmarketings, der Bezirksvertretung, der örtlichen Vereine und Unternehmen sowie der Volksbank Dortmund-Nordwest haben wesentlich zum Erfolg beigetragen. Erster Einstieg in das Veranstaltungsjahr war die Jahreshauptversammlung am 14. März 2008. Verdienstvolle Vorstandsmitglieder wie Wilfried Jürgens als Geschäftsführer und Helmut Palm als Stellvertretender Vorsitzender sind von ihren Ämtern, die sie seit der ersten Stunde inne hatten, aus Altersgründen zurück getreten und wurden durch Harry Valerius und Gerd Obermeit ersetzt. Nach Abhandlung der Regularien folgte ein Lichtbildervortrag durch Herrn Kämmer aus Lindenhorst. Die Beteiligung an der Frühjahrswanderung (1.03.) und an den Fahrradtouren durch den Stadtbezirk (26.04. + 28.06) war erfreulich und gab neue Einblicke in die Stadtgeschichte. Das Maibaumfest auf dem Mengeder Markt war vom Besuch her wegen der zahlreichen Parallelveranstaltungen unbefriedigend, hingegen das „4. Mengeder Musikfestival“ (1.06.) unter der Schirmherrschaft der Landtagspräsidentin von NRW, Frau van Dinther, mit der Teilnahme von 15 Chören und Musikgruppen sowohl vom Besuch als auch von der Qualität der Darbietungen beeindruckend. Die eintägige Exkursion des Heimatvereins führte mit 54 Teilnehmern nach Brilon und Bad Arolsen. Nach einer Stadtführung durch die historische Altstadt von Brilon und einem kräftigen Mittagessen im Erholungsheim des SoVD, wurden das Waldecker Fürstenhaus in Bad Arolsen sowie das mit alten Exponaten auf 400 qm reichlich ausgestattete Heimatmuseum in Mengeringhausen angesteuert. Viele ältere Mitreisende erinnerten sich gern an alte Zeiten, als die ausgestellten Handwerks- und Hausgeräte noch in täglichem Gebrauch waren. Der Heimatverein Bodelschwingh/Westerfilde veranstaltete anlässlich der Bodelschwingher Kirmes vom 05.-07.07.08 im evangelischen Gemeindehaus Bodelschwingh eine interessante Bilderausstellung mit alten Ortsteilfotos aus Bodelschwingh und Westerfilde. Inzwischen befinden sich mehr als 700 alte Fotos im Bestand der Arbeitsgruppe, verwaltet vom Archivar Otto Schmidt. Ein Höhepunkt der jährlichen Veranstaltungen war das Sommerfest in der Gartenanlage Segin/Jürgens, das am 12.07. mehr als 120 Besucher bei einem interessanten Unterhaltungsprogramm und schmackhaftem Grillessen erlebten. Vom 09. bis 16.08. hat der Heimatverein über das „Schützenleben in Mengede“ anlässlich des Schützen-, Volks- und Heimatfestes unter der Leitung von Wilfried Jürgens eine Ausstellung zusammengestellt. Am Schützenfest des Bürger-Schützen-Verein von 1546 nahmen auch viele Heimatfreunde teil, der Vorsitzende des Heimatvereins Paul Gausepohl hatte dazu die Schirmherrschaft übernommen bei dem Reinhold Schlesing als neuer Schützenkönig hervor ging. Das Stadtteilfest 2008, seit 2007 „Mengeder Michaelisfest“, wurde vom Stadtbezirksmarketing mit starker Beteiligung des Heimatvereins bei gutem Besuch der Mitbürgerinnen und Mitbürger vom 05. bis 07.09. gefeiert. Zahlreiche ausländische Gruppen und Besucher waren dem Aufruf zur Teilnahme gefolgt.
Am Tag der Einheit (3.10.) fand der 5. Schnadegang statt. Mehr als 120 Teilnehmer versammel-ten sich im neuen Gemeinde-haus in Deusen (früher ev. Kirche), um von der Bedeutung historischer Schnadegänge zu hören und dem (launischen) Streitgespräch der Bezirks-Bürgermeister von Mengede und Eving zu folgen. Die Krippenausstellung 2008 (29.11. - 07.12.) im ev. Gemeindehaus Bodelschwingh war mit 74 ausgestellten Krippen und nahezu 1000 Besuchern wiederum ein voller Erfolg. Dank der „Krippenväter“ H. Palm und R. Krönke mit ihren Helfern wurde eine Ausstellung zusammengetragen, der auch die Stadt Dortmund durch Bürgermeister Adolf Miksch sowie Kreisheimatpfleger Dr. Fiedler für den Westfälischen Heimatbund höchste Anerkennung aussprachen. Der Mengeder Nikolausmarkt (06. - 08.12) auf dem Mengeder Marktplatz war neu konzipiert und ausgerichtet worden. Die hohe Zahl der Besucher belegt die Beliebtheit dieser Veranstaltung bei Alt und Jung. Zum Jahresabschluss hatte der Vorstand alle ehrenamtlichen Heferinnen und Helfer, die bei allen Veranstaltungen unseres Vereins sich unentgeltlich in den Dienst des Vereins gestellt hatten, zu einer „Dankeschön-Party“ in das ev. Gemeindehaus Mengede eingeladen. Der Jahresrückblick 2008 soll enden mit einem herzlichen Dank an alle Mitglieder, insbesondere an alle, die sich uneigennützig in den Dienst des Heimatvereins gestellt haben. Der Vorstand dankt ebenso allen, die die Arbeit unterstützt und gefördert haben. Für 2009 haben wir wieder ein ausgiebiges Jahresprogramm geplant, das schon mit einem Höhepunkt, dem Neujahrskonzert, begann. So können wir nur hoffen, dass weitere Mitglieder unserem Verein im Jahr 2009 beitreten und damit unsere Arbeit zum Wohle unseres Stadtbezirkes und seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger unterstützen.

Paul Gausepohl

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Sagen und Legenden (7)

Der tüchtige Prediger aus Wischlingen oder der verhinderte Pfarrer von St. Remigius Mengede

Nach einer alten Mengeder Kirchenchronik ist die Reformation etwa 1590, vielleicht aber noch viel früher, nach Mengede gekommen. Die Chronik berichtet weiter, dass damals nur drei Häuser in Mengede katholisch geblieben sind. Die evangelisch-lutherische Gemeinde war anfangs mit einem Pfarrer besetzt, bis 1605 die Erben des verstorbenen Gerd von Bodelschwingh eine Vikarie stiftete, woraus später die zweite Pfarrstelle geworden ist. Im Jahr 1739, als Wessel Theodor Hausemann Pfarrer von Mengede war, trat der 2. Pfarrer Johann Schulte, geboren in Lindenhorst, nach 53 Jahren segensreicher Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Um diese Stelle hatte sich ein junger, in Dortmund geborener Geistlicher namens Johann Franz Fley beworben, der als tüchtiger Prediger in der zu Haus Wischlingen gehörenden Schlosskapelle bekannt war. Um aber die Pfarrstelle in Mengede antreten zu können, benötigte Fley noch ein Zeugnis, das er sich an der Universität in Halle beschaffen musste. Zu diesem Zweck machte sich Fley auf die Reise zur Stadt an der Saale. Es war die Zeit, als in Preußen der vielgehasste Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. regierte. Seine Werbeoffiziere durchstreiften damals halb Europa, um mit List, Druck oder Zwang Soldaten für die preußische Armee anzuwerben. Ihre Methoden kamen häufig eher einem gemeinen Menschenraub gleich als einer Werbung. Besonders auf hochgewachsene Männer für die königliche Garde hatten es die Werber abgesehen. Als nun der Prediger Fley aus Wischlingen nach Halle kam, fiel er dort preußischen Werbern durch seine Körpergröße sogleich auf. Sie überwältigten ihn auf offener Straße, und er wurde zum Militärdienst gezwungen. Der so jäh aus seiner Bahn gestoßene Geistliche versuchte nach mehr als zwei Jahren, durch eine gereimte Bittschrift an König Friedrich II., den Nachfolger des Soldatenkönigs, seine Freiheit wiederzugewinnen. Es war ein langes wehmütiges Gedicht, das in seine beiden letzten Strophen lautete:

Gnadenreicher Friederich!
Wann hat sich ein Tag geneiget,
Da Du keine Huld erzeiget!
O daß gleiches Los mir fiel!
Keine Trägheit, keine Schande
Noch verrückte mir das Ziel.
Mein Gehorsam gegen Dich
Ließ zu Halle Deinen Knecht
Freiheit, Amt und Hoffnung missen,
Drum wird Deine Güte mir
Väterlich zu helfen wissen,
Gnadenreicher Friederich!
Ewigwerter Friederich!
Ja, ich schwöre bei dem Leben,
Das der Höchste Dir gegeben,
In der Treue zu bestehen.
Kanzel und Altar soll zeugen,
Wie sich meine Kniee beugen,
Täglich für Dein Heil zu flehen.
Sprich doch aus Erbarmen, sprich:
Fley, Dir soll man wiederum
Einen Priesterrock anmessen.
Solches wird mein Herz und Mund
Nimmer, nimmermehr vergessen,
Ewigwerter Friederich!

Doch der große „ewigwerte“ Friederich ließ den armen Fley noch mehr als fünf Jahre im „Korps der langen Kerle“ dienen, bis er ihn endlich vom Militärdienst erlöste. Der König ernannte ihn gnädigst zum Feldprediger in der preußischen Armee. Nach Wischlingen oder nach Mengede ist Johann Franz Fley allerdings nie wieder zurückgekommen.

Paul Gausepohl

Quellen:
Albrecht Stenger I, Evangelische Kirche, in: Heimatverein Mengede, Festschrift tausend Jahre Mengede, Dortmund 1928, Seiten 39 – 48
Walter Gronemann, Das Dortmunder Sagenbuch, Essen 1994

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Denkmalserie (11)

Gedenken an 17 Grubenopfer

Bildhauer aus Soest schuf Bergmannsdenkmal
Während die Helden- und Kriegerdenkmale, über die in dieser Serie berichtet wurde, nach dem 2. Weltkrieg „entmilitarisiert“ und – zumindest in der verbalen Darstellung – zu besser in die Zeit passenden Mahnmalen wurden, so ist ein Denkmal in seiner Bedeutung immer unverändert geblieben: Das für die Bergleute, die am 15. Juni 1935 in 750 Meter Tiefe durch eine Schlagwetter-Explosion im „Wattenscheider Sattel“ des Flözes „Ida“ der Zeche „Adolf von Hansemann“ ihr Leben verloren.
Die Detonation hatte sich um 10.45 Uhr ereignet. Bei dieser schwersten Katastrophe, die der Bergbau in Mengede erlebt hatte, konnten zehn verunglückte Kumpel nur noch tot aus dem Schacht geborgen werden, 27 weitere Bergleute wurden so schwer verletzt, dass sieben von ihnen später ebenfalls verstarben.
Die zehn in der Grube getöteten Bergleute wurden bereits am Abend des Unglückstages in der schwarz ausgeschlagenen Lohnhalle der Zeche aufgebahrt. Die Särge waren mit Kränzen aus Rosen und mit Fahnentüchern geschmückt. Außerdem hatte man das Gebäude auch von außen mit den Fahnen des „Dritten Reiches“ dekoriert.
Überhaupt nutzten die Nationalsozialisten das tragische Unglück, das nicht nur die Mengeder Bevölkerung erschüttert hatte, zu einer pompösen Propaganda-Schau. Zu der Trauerfeier waren u. a. neben dem damaligen NS-Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley (Chef der Arbeitsfront) der Vetter des preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring (in dessen Namen er sprach) und zahlreiche andere Nazi-Größen nach Mengede gekommen.
Die Särge wurden in einem langen Trauerzug, bei dem SS (sie regelte auch den Ablauf der Trauerfeier) und Arbeitsfront Spalier stand, durch die mit über 300 mit Fahnen und Trauerfloren dekorierten Straßen vom Zechengelände zum evangelischen Friedhof geleitet. Die Beisetzung erfolgte in einem Gemeinschaftsgrab, das Bergleute der Zeche für ihre verunglückten Kumpel ausgehoben hatten.
So monumental wie die Trauerfeier musste - dem Geschmack des „Dritten Reiches“ entsprechend - auch das Denkmal ausfallen, das ein Jahr später, am 18. Juli 1936, am Rand des Grabfeldes aufgestellt wurde. Es stellt einen Bergmann aus Bronze dar, der seine Kopfbedeckung an den Körper drückt und eine Grubenlampe in der Hand hält. Geschaffen wurde die Figur von dem Bildhauer Wilhelm Wulf aus Soest. Dieser verstarb 1980 im Alter von 89 Jahren. Mitgestalter der Grabstätte, auf deren Ruhrsandstein-Platten die Namen der Grubenopfer verewigt sind, war der Essener Architekt Schupp.
Für Wilhelm Wulf war das Bergmanns-Denkmal übrigens nicht der einzige Auftrag aus Mengede. Von ihm stammt auch das 1941 an der Seitenfront der Lohnhalle der früheren Zeche „Adolf von Hansemann“ angebrachte „Krieger-Denkmal“ (Siehe auch „Heimatblätter“, Nr. 21, Weihnachten 2007).

Karlheinz Bohnmann

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40 Jahre Hallenbad in Nette

Ein „Trick“ musste helfen

Hallenbad sollte vor 40 Jahren eigentlich gar nicht gebaut werden
Am 8. März feierte ein Objekt Jubiläum, das Mengede schon haben wollte, als es noch selbstständig war und das ihm dann auch von der Stadt Dortmund bei der Eingemeindung im Jahr 1928 vertraglich versprochen worden war, aber erst 1963 realisiert wurde: Das Hallenbad an der Neumarkstraße in Nette.


Startschuss im neuen Hallenbad
Die Freude war dann natürlich groß, als die Stadt den Beschluss fasste, in fünf Stadtbezirken Hallenbäder einzurichten. Zumal Mengede mit auf der Liste stand. Doch dann zog der damalige Oberstadtdirektor Dr. Walter Kliemt plötzlich die Reißleine. Wegen der gewaltigen Kosten sollte das Mengeder Bad - diesmal im wahrsten Sinne des Sprichwortes - wieder ins Wasser fallen. Die Empörung unter der Bevölkerung war natürlich gewaltig.

Dass dann doch gebaut wurde, war dem Coup eines inzwischen bereits verstorbenen Dortmunder Politikers zu verdanken, der in den Bundestag wollte (und auch kam) und deshalb bereit war, sich über den Kliemt-Beschluss hinwegzusetzen. Ich hatte damals als Redakteur der früheren Dortmunder Nord-West-Zeitung davon erfahren, mich rückversichert, und der Oberstadtdirektor las es am anderen Morgen und soll ganz schön getobt haben. Aber der Hallenbad-Bau an der Neumarkstraße war nun nicht mehr zu verhindern.

So ganz zufrieden war man aber in Mengede trotzdem nicht, denn man hatte sich das Bad, das vorher auch schon einmal sogar im Volksgarten geplant war, ursprünglich an der Siegburgstraße und nicht in Nette gewünscht gehabt. Der geplante Standort lag erst (noch heute an den Erkern zu erkennen) zwischen den Häusern des Verlages Arnold und Grundmann (heute „Kodi“). Nach dem 2. Weltkrieg hatte man dann das Grundstück an der Ecke Siegburg-/Dönnstraße in Erwägung gezogen. Das Bad, für das man nach dem 2. Weltkrieg fleißig Geld gesammelt hatte, sollte etwa dort entstehen, wo heute der „unvollendete“ Peters-Blick steht. Aber der Standort wurde als „zu wackelig“ verworfen, weil angeblich Flies im Boden und der dort (unterirdisch) fließende Bodelschwingher Bach zu viel Probleme bereitet hätte. Aber schon damals war die Entscheidung für den Standort Nette wegen seiner zentralen Lage zwischen Mengede und Huckarde genau die richtige.

Das Bad wurde am 8. März 1969 durch den damaligen Oberbürgermeister Heinrich Sondermann und mit einem Anschwimmen durch Mengeder und Huckarder Vereine seiner Bestimmung übergeben. In die Baukosten sollte auf Wunsch der Mengeder auch das in den Jahren nach dem Krieg gesammelte Geld einfließen, aber bei der Stadt war das Interesse daran nicht sehr groß, was wahrscheinlich mit der Kompliziertheit der Finanzierung zusammenhing. Als es schließlich für das Mosaik in der Schwimmhalle verwendet werden sollte, zog das „Kuratorium“, das zuletzt nur noch – die anderen Mitglieder waren inzwischen verstorben – aus dem Radiohändler Heinrich Goebel bestand, sein Angebot zurück. Das Geld wurde stattdessen dem früheren inzwischen abgerissenen Hausemannstift, das zeitweilig – angesichts der Autobahnen in und um Mengede – als Unfallkrankenhaus angedacht war, übergeben, das damit ein teures Untersuchungsgerät angeschafft hatte.

Die beiden Becken des Bades (Wasserinhalt etwa 120 bzw. 800 cbm) stehen übrigens frei auf drei Pfählen (Dreipunktlagerung) und der Maschinenraum auf 30 Betonpfählen, die bis zu zwei Metern in den Mergel ragen. Durch diese Stützen soll(t)en eventuelle Setzungen und Senkungen ausgeglichen werden. Die Nutzfläche des Bades beträgt 2350 qm und der umbaute Raum 19.166 cbm.

Mit dem Hallenbad feiert in diesen Tagen gleichzeitig der Wassersportverein (Waspo) Mengede sein 40-jähriges Bestehen. Er wurde am 22. Januar 1969, wie sich der Ehrenvorsitzende Günter Hausladen anlässlich des Jubiläums erinnert, „von einer handvoll Enthusiasten“ gegründet.

In seinen besten Zeiten hatte der Verein fast 1000 Mitglieder, denen neben Schwimmwettbewerben auch gesellige Veranstaltungen, Zeltlagerurlaube und Ferienfahrten an der Costa Brava (Spanien), die großes Interesse fanden, angeboten wurden. Neben seiner Wettkampf-Mannschaft unterhält Waspo heute mehrere Breitensport-Abteilungen. Außerdem kooperiert er mit Kindergärten und Schulen und ist auch stolz auf seine erfolgreichen Integrationsbemühungen.

Karlheinz Bohnmann

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Emscherumbau in Mengede

 



Wo heute Autos rollen (Burgring), floss vor 100 Jahren noch die Emscher
Die Arbeiten zum Umbau der Emscher sind in vollem Gange. Für uns Anlass genug, von Zeit zu Zeit über den Stand der Baumaßnahme zu berichten. Darüber hinaus können sich interessierte Bürger seit Mitte dieses Monats mittwochs von 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr im Büro der Emschergenossenschaft, Siegburgstr. 26 – 28 über den Arbeitsablauf unterrichten lassen. Der zuständige Bauleiter Herr Machentanz unterstützt uns gerne bei der Information. Von ihm stammt die folgende Zusammenfassung über den aktuellen Stand der Arbeiten.


Der Anschlusskanal in die Rigwinstraße mit einem Innendurchmesser von 1,20m wurde inzwischen fertig gestellt. Derzeit läuft der Rohrvortrieb vom Schacht S009 auf Höhe des Friedhofs in Richtung der Mengeder Straße. Hier werden unterirdisch rd. 140m Rohrleitung mit 1,40m Innendurchmesser hergestellt. Die weitere Verlegung der Rohre in der Mengeder Straße wird dann in konventioneller Bauweise – also im offenen Graben – verlegt. Dieser Bauabschnitt beginnt in diesen Tagen. Alle weiteren Rohrverlegearbeiten werden unterirdisch durchgeführt.


Der Vortrieb der großen Rohre – Innendurchmesser 2,60m – wird Ende August beginnen. Ein Großteil der Baugrube für das so genannte Entlastungsbauwerk an der Emscher ist bereits ausgehoben. Dort wird ein unterirdisches Bauwerk von rd. 27m Länge, 7m Breite und bis zu 13m Tiefe errichtet.

Eine Informations- Broschüre finden Sie hier.

Franz-H. Veuhoff

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Impressum: Herausgeber: Heimatverein Mengede e.V. - Redaktion: Wilfried Jürgens, Adalmundstr. 16, 44359 DO (0231-335629) und Franz-H. Veuhoff, Am Hohen Teich 14, 44359 DO (0231-337690)